Frauenhaus, Archiv der Frauenbewegung und Frauenbüro feierten Geburtstag

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Engagieren sich für die Chancengleichheit von Frauen: Dr. Ute Giebhardt (von links), Frauenbüro der Stadt Kassel, Stefanie Burmester, Kasseler Frauenbündnis, Silke Mehrwald, Stiftung Archiv der Deutschen Frauenbewegung und Eva Hack (Autonomes Frauenhaus Kassel).

Kassel. Drei Jubilare ließen die Besucherinnen des Kasseler Frauenfestes zu Walpurgis im Phillip-Scheidemann-Haus hochleben: Das Autonome Kasseler Frauenhaus feiert sein 35-jähriges Bestehen, die Stiftung Archiv der Deutschen Frauenbewegung und das Frauenbüro der Stadt Kassel 30-jähriges Bestehen.

Anlass für das Frauenbündnis, ein Fest zu feiern, die vergangenen Jahrzehnte Revue passieren zu lassen, einen Einblick in die Arbeit der Bündnispartnerinnen zu geben und zu zeigen, wie Frauen Kassel bewegen.

Das 1979 von Frauen der Kasseler Frauenbewegung gegründete Autonome Kasseler Frauenhaus blickt auf eine bewegte Geschichte zurück - geprägt von Hausbesetzungen, Demonstrationen und Sorgen um die Finanzierung. „Wir standen oft auf der Kippe“, sagt Eva Hack, die von Beginn an im Frauenhaus arbeitet. Trotzdem ist das Frauenhaus seit 35 Jahren ein sicherer Zufluchtsort für Frauen, die der physischen, sexuellen und psychischen Gewalt von Männern ausgesetzt sind. „Es ist ein Projekt, bei dem man sich wünscht, dass es nicht mehr so viele Jubiläen gibt. Es wäre schön, wenn nicht mehr so viele Frauen Schutz vor ihren Männern suchen müssten“, sagte Stefanie Burmester vom Kasseler Frauenbündnis in ihrer Laudatio.

Seit 1984 hat die Stiftung Archiv der Deutschen Frauenbewegung ihre Türen geöffnet. Im Archiv werden schriftliche und bildliche Zeugnisse von Frauen und ihren Organisationen aus dem 19. und 20. Jahrhundert gesammelt und archiviert. Die Schätze der Bibliothek werden für Forschungsprojekte, Publikationen, Veranstaltungen und Ausstellungen genutzt. „Wir haben es mit Leidenschaft aufgebaut“, sagte Silke Mehrwald. „Der große Fundus lässt die Geschichte der Frauenbewegung lebendig werden.“ Heute sind dort unter anderem über 32.000 Bücher und mehr als 3000 Fotos zu finden.

Auch das Frauenbüro der Stadt Kassel ist zu einer Institution geworden. „Unser Ziel ist es, dass Frauen und Männer tatsächliche Chancengleichheit erlangen“, sagte Frauenbeauftragte Dr. Ute Giebhardt. So macht sie Vorschläge für Vorhaben und Programme des Magistrats, ist Anlaufstelle für Wünsche und Beschwerden der Kasseler Bürgerinnen.

Darüber hinaus ist das Frauenbüro zuständig für die Unterstützung und Verwaltung von Frauen- und Mädcheneinrichtungen, die mit Geld der Stadt gefördert werden. „Jubiläen sind wichtig. Doch die 30 und 35 sind nur Stationen auf dem Weg zur 50“, sagte Giebhardt.

Musikalisch unterhielten an diesem Abend im Saal des Phillip-Scheidemann-Hauses „DieSonanzen“, „Schick & Schön“ und „Vernebelte Krähen“. Mit Musik aus den 70ern, 80ern und 90ern starteten die zahlreichen Besucherinnen des Frauenfestes im Anschluss tanzend in den Mai. Der Erlös geht an das FrauenLesbenZentrum Kassel.

Von Helga Kristina Kothe

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