Stars hinter den Kulissen

3000 Besucher kamen zum Kasseler Theaterfest

Die Köpfe hinter den Perücken: Lena Umbach (links) und Inga Meder-Lachmann arbeiten in der Maskenwerkstatt des Staatstheaters.

Kassel. Den Applaus bekommen immer die Darsteller auf der Bühne. Wie viel Arbeit aber nötig ist, bis sich der Vorhang zur Vorstellung überhaupt heben kann, davon bekamen am Sonntag die Besucher des Theaterfests einen Eindruck. Etwa 3000 Menschen folgten der Einladung des Kasseler Staatstheaters, das mit dem Fest jedes Jahr auf die neue Spielzeit einstimmt.

In der Maskenwerkstatt sind üppige Lockenperücken aufgereiht. Sie werden bald in der Oper „Der Rosenkavalier“ die Häupter der Sänger zieren. Etwa 40 bis 60 Stunden dauert es, eine solche Perücke anzufertigen, sagt Maskenbildnerin Lena Umbach. Und allein für den Herrenchor der Strauss-Oper wollen 52 Köpfe bedeckt werden.

Einen Teil der Perücken nehme man aus dem Fundus und passe sie an, erklärt die 25-jährige Theatermitarbeiterin. Aber gerade für die Solisten müssen für neue Inszenierungen oft auch neue Haare angefertigt werden. Daher stehen in der Maskenwerkstatt auch die Köpfe aller Opernsänger und Schauspieler im Regal: als maßstabsgetreues Modell, versteht sich. Die Maskenbildner des Staatstheaters können aber nicht nur die Haare schön machen. Sie formen falsche Nasen, fertigen Brusthaartoupets an und schminken bluttriefende Wunden herbei.

In der Damenschneiderei des Theaters sind ausladende Kleider im Stil des Barock ausgestellt. 12 bis 15 Meter Stoff und zwei Wochen Arbeit stecken locker in den Kostümen der Rosenkavalier-Darstellerinnen, sagt Gewandmeisterin Sonja Huther. Eine gute Verarbeitung sei dabei wichtig: „Das ist schließlich Arbeitskleidung, die muss auch was aushalten.“

Impressionen vom Theaterfest

Ausrangierte Kostüme aus dem Fundus wurden im Schauspielhaus versteigert. Für 13 Euro hat Thomas Schroelkamp ein weißes, kurz geschnittenes Herrenjackett mit schwarzen Verzierungen erstanden. „Das kann ich zu Fasching anziehen“, sagt der Kasseler, der regelmäßiger Theatergänger ist.

Am Verkleiden haben auch die jüngsten Besucher des Theaterfests den größten Spaß. Während die meisten Mädchen nach Prinzessinnenkleidern greifen, hat sich Johanna Beyer für ein Batman-Kostüm entschieden. Zusammen mit ihrer Kusine Annabelle, die eine feine Dame mimt, lässt sich die Sechsjährige aus Kaufungen schwarz maskiert und mit unerschrockenem Blick ablichten. Vielleicht eine Charakterdarstellerin von morgen.

Von Katja Rudolph

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