Start für Großprojekt an Wolfhager Straße

Großprojekt Drei Brücken: Verbreiterung bietet Chance für Straßenbahn

Nadelöhr an der Wolfhager Straße: Die Bahn will für 40 Millionen Euro die veralteten Überführungen in diesem Bereich erneuern. Die Arbeiten werden voraussichtlich bis Ende 2024 dauern.
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Nadelöhr an der Wolfhager Straße: Die Bahn will für 40 Millionen Euro die veralteten Überführungen in diesem Bereich erneuern. Die Arbeiten werden voraussichtlich bis Ende 2024 dauern.

40 Millionen Euro will die Deutsche Bahn in die Erneuerung der Strecke im Bereich der „Drei Brücken“ stecken. Am Freitg gab es dafür den symbolischen ersten Spatenstich. Der Bevollmächtigte der DB für Hessen, Klaus Vornhusen, bekräftigte dabei noch einmal, dass man bis Ende 2024 fertig sein wolle.

Kassel - Bis dahin soll die Überführung, die in großen Teilen aus dem Jahr 1877 stammt, fit für die nächsten Jahrzehnte gemacht werden. Für die Stadt Kassel eröffnet das die Chance, ein Nadelöhr zu beseitigen sowie die Verbindung zwischen Rothenditmold, Kirchditmold und Harleshausen sicherer zu machen. Bisher läuft hier auch der Schwerverkehr auf zwei engen Spuren mehr schlecht als recht. Für Fußgänger und Radfahrer sei die Unterführung eine Zumutung, sagt Kassels Bau- und Verkehrsdezernent Christof Nolda (Grüne). Das werde sich mit dem Umbau gravierend verbessern. Nolda machte zudem deutlich, dass er weiterhin auf eine Straßenbahnverbindung über die Wolfhager Straße setzt. Auch wenn dort heute bereits Busse im 10-Minuten-Takt verkehrten, könne das für weitere Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr sorgen. „Kassel ist eine Straßenbahnstadt, wir sollten an dem Thema dranbleiben“, sagte er und bekam dafür unter anderem von den anwesenden Ortsvorstehern Beifall.

Bevor die angrenzenden Stadtteile weiter zusammenwachsen könnten, gebe es aber noch einiges zu tun. Nolda verwies darauf, dass die Arbeiten an den „Drei Brücken“ für Einschränkungen sorgen werden. Ab März 2022 wird es ernst. Dann beginnen die Arbeiten für den Abriss der alten Konstruktionen.

Die sollen durch Betonbrücken ersetzt werden, unter denen es etwa drei Mal so viel Platz wie heute gibt. Mit vier statt zwei Fahrspuren für Autos, eigenen Spuren für Fahrräder und ausreichend breiten Fußgängerwegen. In den Plänen der Bahn sind noch keine Schienen für die Straßenbahn eingezeichnet. Doch dafür sei in der Mitte der Straße genügend Platz, versichern die Fachleute.

Zum ersten Spatenstich brachte Staatssekretär Jens Deutschendorf vom Hessischen Verkehrsministerium einen Förderbescheid mit. Das Land unterstützt das Projekt mit 8,4 Millionen Euro.

Die Eisenbahnüberführungen an der Wolfhager Straße werden auf insgesamt acht Gleisen genutzt. Die Bahn geht von einem zunehmenden Verkehr aus. Während der zweieinhalbjährigen Bauzeit muss die Wolfhager Straße voraussichtlich sieben Wochen lang voll gesperrt werden. (Thomas Siemon)

Pläne der Bahn: Nach dem Neubau soll es deutlich mehr Platz auf der Wolfhager Straße geben. Repro: Thomas Siemon

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