Auebad soll im Herbst abgerissen werden - Klage des BUND weiter offen

Start nach der Badesaison

Umstrittene Pläne: Das Computerbild zeigt die Lage des neues Auebads an der Fulda. Illustration: Löweneck + Schöfer Architekten GmbH /nh

kassel. Klagt der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) gegen den Bebauungsplan für das Auebad? Noch haben sich die Umweltschützer nicht entschieden, ob sie juristisch gegen das Bauvorhaben an der Fulda vorgehen. Die Ungewissheit bringt Kämmerer und Bäderdezernent Dr. Jürgen Barthel in die Bredouille.

Nach dem Willen der Stadtverordneten kann das alte Auebad erst dann abgerissen werden, wenn Rechtssicherheit besteht. „Diesen Punkt werden wir nie erreichen“, sagt Barthel. Die Zeit drängt. Ende 2012 soll das kombinierte Hallen- und Freibad am Auedamm stehen.

„Es ist notwendig, dass der BUND ein klares Signal gibt“, sagt Barthel. „Es wäre außerordentlich problematisch, wenn er erst nach dem Abbruch klagt.“ Dann müsste die Stadt möglicherweise über Jahre mit einer Brache am Auedamm leben. Dies wäre dann auch nicht mehr mit dem Wohl der Allgemeinheit zu vereinbaren, sagt Barthel.

„So viel Geld für ein Verlustgeschäft auszugeben, ist auch nicht gut fürs Allgemeinwohl“, kontert Wilfried Bonnet vom Vorstand der BUND-Kreisgruppe Kassel. Ob der BUND den Klageweg beschreitet, ist nach seinen Angaben noch offen. Man werde sich im September / Oktober noch einmal beraten.

Dann könnten schon Fakten geschaffen sein. Die Baugenehmigung wird laut Barthel bis Mitte September erwartet. Wenn sie vorliegt, soll das alte Auebad nach dem Ende der Freibadsaison am 22. September bis auf den denkmalgeschützten Sprungturm abgerissen werden. Auch der Kanal soll verlegt werden.

Ausschreibung und Vergabe dieser Arbeiten sollen bereits in diesen Tagen anlaufen, damit keine Zeit verloren geht. Ebenso die nötigen Anträge zur Befreiung des Gebiets an der Fulda vom Landschaftsschutz sowie zur Renaturierung der Ahna.

Im November will man mit der Tiefgründung beginnen. Auch dafür soll bereits im Vorfeld mit der Vorbereitung des Ausschreibungs- und Vergabeverfahrens der Weg geebnet werden. Ende Januar könnten die Rohbauarbeiten beginnen - wenn der BUND nicht klagt. In einem Schreiben von Barthel an die Fraktionen heißt es: „Grundsätzlich ist nicht auszuschließen, dass nach Erteilung der Baugenehmigung, während oder nach den notwendigen Abrissmaßnahmen, sogar nach Beginn der Baumaßnahme Kombibad gegen den Bebauungsplan bzw. die Baugenehmigung geklagt wird. Dieses Risiko kann nicht ausgeschlossen werden.“

HINTERGRUND

Von Ellen Schwaab

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.