Veranstaltungswochenende

Start von Kulturzelt und Stadtsommer: So viel los war lange nicht in Kassel

Kulturzelt diesmal im Freien auf der Hessenkampfbahn: die Mitorganisatoren Lutz Reimer (links) und Jürgen Truß
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Alles bereit auf der Hessenkampfbahn: Die Kulturzelt-Mitorganisatoren Lutz Reimer (links) und Jürgen Truß

Nach vielen Monaten pandemiebedingter Veranstaltungsausfälle bietet Kassel am ersten Wochenende der Sommerferien jede Menge kulturelle Abwechslung.

Kassel – Die mittlerweile entspannte Corona-Lage macht es möglich: Mit Beginn der Sommerferien werden in Kassel wieder Attraktionen fürs Publikum in der Innenstadt und Ausgeh-Anlässe für Kulturfreunde geboten. Veranstaltungsreihen, die am heutigen Freitag (16. Juli 2021) beginnen, dürften auch in den kommenden Wochen viel Publikum anziehen.

Rund um eine Bühne auf dem Friedrichsplatz wird um 18.30 Uhr der „Kasseler Stadtsommer“ eröffnet. An sieben Wochenenden bis Ende August sorgen dort heimische Musikbands, Comedians, Tanzgruppen, Vereine und Jugendkultur-Akteure für Unterhaltung und Partystimmung. Das von der Stadt organisierte Programm ist fürs Publikum kostenlos, es soll einerseits zur Belebung des Zentrums beitragen und rund 200 Kulturschaffenden nach langer Zeit wieder Gelegenheit bieten, sich öffentlich zu präsentieren.

Sandstrand auf dem Opernplatz: Das Café Salotto und Kassel Marketing haben eine „Beach Area“ für den Kasseler Stadtsommer vor dem Louis-Spohr-Denkmal aufgebaut. Dennis Küpke (Salotto), Annabelle Albert (Kassel Marketing), Giuseppe Fracasso (Salotto) haben gestern die Liegestühle schon mal ausprobiert.

Jedes der Wochenenden findet unter einem bestimmten Motto statt. „Kassel spielt“ heißt es zum Auftakt, dabei gibt es am Samstag und Sonntag auch auf dem Königsplatz allerlei Spielangebote für Kinder und Familien.

Nach einem Jahr coronabedingter Pause startet am Freitagbend außerdem wieder die sommerliche Konzertreihe von Kassels Kulturzelt-Machern. Den Auftakt macht ab 18 Uhr die Hamburger Band „Die Höchste Eisenbahn“, für die kommenden Wochen stehen unter anderem Tocotronic, Till Brönner, Anna Depenbusch und Helge Schneider auf dem Programm.

Die fast 30 Auftritte bis zum 21. August finden vorsichtshalber allerdings nicht im Zelt an der Drahtbrücke statt, sondern nebenan unter freiem Himmel auf der Hessenkampfbahn. Der Grund: Auf dem eingezäunten Gelände sind die Zugänge kontrollierbar, wegen der Nachverfolgbarkeit sind auch die Tickets nur online erhältlich.

Weitere Anziehungspunkte an Kassels kulturellem Neustart-Wochenende bieten das Sommerfest im Fridericianum (Samstag 11 bis 19 Uhr) sowie die neue Ausstellung im Hugenottenhaus, die ab heute, 12 Uhr, besucht werden kann. Neben etlichen weiteren Kulturangeboten sind das nur jene, die tagsüber im Bereich der Innenstadt stattfinden.

Währenddessen kommt auch zunehmend Schwung ins innerstädtische Einkaufsgeschehen, wie Vorsitzender Alexander Wild von den City-Kaufleuten berichtet: Laut den Zählgeräten in Kaufhäusern und Einkaufsgalerien kämen wieder mehr Kunden; „die Umsätze sind teilweise schon sehr gut.“

Wir haben uns umgeschaut bei den Vorbereitungen für Kulturzelt und Stadtsommer:

Kulturzelt
Auf der Hessenkampfbahn sieht es ein wenig aus wie beim Rasenschach: Akkurat abgekreidete Felder, jedes zwei mal zwei Meter groß, sind für jeweils vier Zuschauer der Kulturzelt-Konzerte die reservierten Ticketplätze. Das Gelände ist in drei abgetrennte Bereiche unterteilt, jeweils mit eigenem Zugang, Toiletten und Getränkestand, damit sich das Publikum möglichst wenig mischt.

Am Eingang müssen die Besucher belegen, dass sie getestet, geimpft oder genesen sind. Vor Ort halten die Veranstalter auch Schnelltests bereit. Notwendig wäre all das eigentlich nicht. Mit den Vorsichtsmaßnahmen „übertreffen wir ganz bewusst die Vorgaben“, sagt Mitorganisator Jürgen Truß, der auch Mediziner ist: Auf gar keinen Fall wollten die Kulturzelt-Macher riskieren, mit einem Infektionsgeschehen in Verbindung gebracht zu werden.

Die Vorsicht bringt andererseits auch Chancen für Musikfans, die keine Tickets ergattert haben. Maximal 500 Menschen dürfe man einlassen, erläutert Truß, dabei würden allerdings Geimpfte und Genesene nicht mitzählen. Wenn die Veranstalter am Konzertabend beim Eingangs-Check feststellen, dass eine gewisse Menge der Gäste mit Impfnachweis gekommen ist, schalten sie zwischen 16 und 18 Uhr kurzfristig noch weitere Tickets frei, die ohnehin online erworben werden müssen.

Ist man dann drin, kann man sein zugewiesenes Kreideviereck laut Truß gern als Picknickplatz nutzen und sich dafür Verpflegung mitbringen. Dabei gelte aber: Bitte keine Stühle und keine eigenen Getränke außer Wasser, sofern dies nicht in Glasbehältern kommt. Denn der Sportrasen müsse vor Scherben geschützt werden – und auch vor Zigarettenkippen. Deshalb gibt es in jedem der drei Segmente einen separaten kleinen Raucherbereich.

Sollte es regnen, Open-Air-Profis wissen das, sind Schirme natürlich tabu, um den Hinterleuten nicht die Sicht zu blockieren. An den Getränkestationen kann man für einen Euro Regencapes aus umweltfreundlichem Material erwerben.

Stadtsommer
Viele Menschen träumen derzeit vom Strand. Jetzt gibt es einen mitten in der Innenstadt. Das Café Salotto und Kassel Marketing haben zehn Tonnen Sand auf dem Opernplatz verteilt und dort eine „Beach Area“ aufgebaut. Dort stehen Liegestühle, von denen man das Treiben in der City bei einem kühlen Getränk verfolgen kann.

Nur wenige Meter weiter hat Kassel Marketing weitere 150 Liegestühle aufgestellt, auf dem Podest vor dem Friedrichsplatz. Von dort aus kann man auf einer zehn mal sechs Meter großen Bühne das Programm des Kasseler Stadtsommers verfolgen, das am Freitag ab 16.30 läuft und um 18.30 Uhr offiziell eröffnet wird. Die Zuschauer können sich aber auch auf den Treppenstufen davor setzen oder auf der Wiese stehen. Andrea Behrens (Kassel Marketing) machte deutlich, dass es sich bei dem Stadtsommer um kein Stadtfest handelt, sondern um ein Programm zur Innenstadtbelebung.

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