Zehn Einrichtungen machen mit

Startschuss für die Aktion „Kassel isst veggi“

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Kochshow mit Gemüse und Co: Karin Müller, Schülerin Annkatrin Brede, Vizelandrätin Susanne Selbert (SPD), Schülerin Abira Gowribala, Profi-Koch Meikel Pedrana und Stadträtin Anne Janz machten den besuchern den Mund wässrig.

Kassel. Gesundheit fängt bei der Ernährung an. Deshalb fiel der Startschuss für die Initiative “Kassel isst veggi” bei den Kasseler Gesundheitstagen in der Stadthalle. Das Ziel: Die Menschen in Stadt und Landkreis sollen sensibilisiert werden, sich gesünder ernähren, mehr Obst und Gemüse und weniger Fleisch essen.

Dabei sollen sie auch noch etwas für Umwelt und Klimaschutz tun. Das vom Gesundheitsamt Region Kassel initiierte Projekt richtet sich vor allem an Schulküchen, Mensen, Betriebskantinen, Senioreneinrichtungen und Kindertagesstätten. „Hier können wir es richtig praktisch umsetzen,“ sagt Kassels Gesundheitsdezernentin Anne Janz (Grüne). Zehn Gemeinschaftseinrichtungen und Cateringbetriebe machen von Anfang an mit. Man hoffe, dass sich bald noch mehr beteiligen und sich für die Aktion begeistern.

Mindestens einmal in der Woche bieten sie eine größere und vielfältige Auswahl vegetarischer Speisen an, nur noch ein Fleischgericht steht an diesen Tagen auf der Speisekarte. Ein freiwilliges Angebot also, das Appetit auf eine ausgewogene Ernährung machen soll.

Raffinierte Rezepte

Wie lecker das sein kann, konnten die Besucher der Gesundheitstage bei der Kochshow von Meikel Pedrana probieren, zum Beispiel Auberginenspieße vom Grill oder ein würziges Gemüsecurry. „Es ist möglich, ohne Fleisch super zu kochen“, sagte der Profikoch und machte mit frischen Zutaten und raffinierten Rezepten auch Schülern der Elisabeth-Knipping-Schule den Mund wässrig.

Die Umstellung auf eine fleischärmere Kost habe nicht mit Verzicht zu tun, sondern sei vielmehr eine Bereicherung, betonte Dr. Markus Keller, Leiter des Instituts für nachhaltige Ernährung. So könne man alte und neue Gerichte sowie Zutaten neu entdecken. Und diese Ernährungsweise helfe, Wohlstandsleiden wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes Typ2 und bestimmte Krebsarten zu vermeiden. Denn die empfohlene maximale Menge von 300 bis 600 Gramm Fleisch (und Wurst) pro Woche werde in Deutschland deutlich überschritten: Männer verzehrten im Schnitt 1,1 Kilogramm.

Doch schon allein zur Erzeugung von einem Kilo Rindfleisch würden bis zu 215.000 Liter Wasser verbraucht, für ein Kilo Brot nur etwa 1300 Liter. Und die weltweite Tierhaltung verursache mehr Treibhausgase als der gesamte Verkehr.

Auch deshalb wolle man Lust machen auf pflanzliche Alternativen, sagt Projektleiter Markus Heckenhahn. Mitmachen sei ganz einfach, erläutert Gesundheitsamtchefin Dr. Karin Müller: Auf der neuen Internetseite www.kassel-isst-veggi.definden sich Informationen und eine Absichtserklärung, die es auszufüllen gilt.

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