China-Ausstellung

China-Ausstellung: Die Statik macht der Kunst Probleme

Gebrochener Flügel: Der mit Leuchten versehene Flügel der Konstruktion am Weinberg wurde abgenommen. Er liegt jetzt unter einer Plane. Foto: Konrad

Kassel. Einen Tag nach der Eröffnung der Kasseler Ausstellung „Alles unter dem Himmel gehört allen“ treten offenbar bei einigen Kunstwerken Probleme mit der Statik zutage. Gleichzeitig herrscht Verwirrung darüber, welche Kunstwerke betreten werden dürfen - und welche nicht.

So ist die Flügelkonstruktion des Kunstwerks „Wing“ auf dem Weinberg am Mittwoch abgenommen worden. „Ein Herbststurm hat den Flügel offenbar aus der Verankerung gerissen“, sagte Professor Klaus Siebenhaar, einer der Kuratoren der Ausstellung, die chinesische Kunst im öffentlichen Raum zeigt. Jetzt werde die Konstruktion noch einmal von einem Fachmann begutachtet. „Je nach Votum wird der Flügel sicherer verankert oder die Konstruktion verändert“, sagte Siebenhaar.

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Bis das geklärt ist, bleibt der Flügel am Boden. Normalerweise ist er mit einer Solarpaneele und einem Windrad verbunden, die den Strom für die Leuchten liefern sollen, die am Flügel montiert sind. Da die Solarzellen allerdings nach Norden ausgerichtet sind, liefern sie keinen Strom. Das wird laut Siebenhaar auch so bleiben, da der Künstler Wu Daxin die Ausrichtung trotz der Bedenken der Veranstalter so vorgenommen hatte. Strom erhält der Flügel jetzt nur vom Windrad.

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Nachbesserungen in puncto Statik soll es auch bei der Doppelskulptur an der Fulda, beim „Fallenden Stein“ am Frühstückstempel und beim „Fetten Mann“, der auf einer Leiter in die Neue Galerie schaut, geben. Unter anderem sollen sie zusätzlich mit Erdnägeln gesichert werden.

Das Sonnenblumenfeld auf dem Friedrichsplatz darf nicht betreten werden. Foto: Malmus

Ein anderes Problem offenbarte sich ebenfalls am Tag nach der Eröffnung. Da ein Großteil der Kunstwerke weder mit Absperrungen noch mit Verbotsschildern versehen ist, wissen viele Menschen nicht, welche Werke betreten werden dürfen und welche nicht. Vor allem für Kinder sind etwa der „Transformer“ an der Treppenstraße, das Sonnenblumenfeld auf dem Friedrichsplatz und das Karussell „Wetterstation“ besondere Anziehungspunkte.

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„Diese Kunstwerke dürfen aber nicht betreten werden“, stellt Siebenhaar klar. Doch woher sollen die Besucher das wissen? Viele Eltern waren sich am Mittwoch insbesondere beim „Transformer“ und bei den Sonnenblumen unsicher darüber und suchten vergeblich einen entsprechenden Hinweis. Der Kurator ist der Ansicht: „Dies erschließt sich eigentlich von selbst.“ Offensichtlich nicht. Nach den jetzigen Erfahrungen wollen die Veranstalter auch hier nachbessern. „Das Ordnungsamt ist angewiesen, entsprechende Schilder an den Kunstwerken anzubringen“, sagte Siebenhaar am Donnerstag auf Anfrage.

Für die Sicherung der Objekte ist laut Hans-Jürgen Schweinsberg, Pressesprecher der Stadt Kassel, allein der Veranstalter verantwortlich. „Das ist genauso wie bei einem Zirkus, der in der Stadt gastiert, oder wie bei der documenta“, sagte Schweinsberg. (mkx)

Von Mirko Konrad

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