Kasseler Firma soll Anleger betrogen haben - Heute Prozessauftakt

Statt Traum-Rendite 4,9 Mio. Euro Verlust

Kassel. Um 4,9 Millionen Euro soll die Kasseler Finanzberatungsfirma EFB-Nova GmbH ihre Kunden betrogen haben. Der spektakuläre Fall wird ab heute vor der Wirtschaftsstrafkammer des Kasseler Landgerichts verhandelt.

Was die Staatsanwaltschaft den Angeklagten vorwirft, erinnert stark an eine Fortsetzung des Fernsehzweiteilers „Gier“. Traumhafte Renditen ohne jedes Risiko haben die Anlageberater von EFB-Nova ihren Kunden versprochen. Innerhalb von nur vier bis sechs Wochen könne man richtig viel Geld verdienen. 197 Kapitalanleger fielen nach Angaben von Hans-Manfred Jung, dem Sprecher der Kasseler Staatsanwalt, auf dieses Lockangebot herein. Die angebliche Geschäftsidee: Das Geld solle in Großmonitore für Werbeflächen, so genannte Screeninfo-Systeme, investiert werden. Als stille Gesellschafter könnten die Anleger mit Gewinnbeteiligungen von zehn Prozent rechnen. Die jährliche Dividende von zwölf Prozent sei ohnehin sicher und durch Bürgschaften abgedeckt.

Einige Anleger sind mit vergleichsweise bescheidenen 5000 Euro eingestiegen, andere setzten 100 000 Euro und mehr auf die Versprechen. Das Geld dürften sie wohl nie wiedersehen. Statt in Werbeflächen zu investieren, soll EFB-Nova-Geschäftsführer Thomas G. erst einmal 1,97 Millionen Euro dafür verwendet haben, Schulden zu begleichen. Der Rest sei in äußerst risikoreiche Anlagen geflossen. Das wirft ihm zumindest die Staatsanwaltschaft vor.

Die EFB-Nova, die ihren Sitz an der Herkulesstraße (Vorderer Westen) hatte, gibt es nicht mehr. Sie ist insolvent. Neben dem ehemaligen Geschäftsführer müssen sich drei weitere Männer und eine Frau vor Gericht verantworten. Die Anklage lautet auf gewerbs- und bandenmäßig begangenen Betrug und weitere Wirtschaftsstraftaten. Prozessbeginn ist heute um 9 Uhr, Landgericht, Frankfurter Straße 7, Saal D 130. ZUM TAGE

Von Thomas Siemon

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