Kinder spielten mit krankem Tier

Polizei erschießt Waschbär: Staupe-Virus ist offenbar in Kassel angekommen

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Immer mehr Waschbären erkranken: Das Staupe-Virus hat nun offenbar auch die Population in der Stadt Kassel erreicht. Hundebesitzer sollten auf die Impfung ihrer Tiere achten, da Hunde an Staupe erkranken können. Foto: dpa

Kassel. Es war nur eine Frage der Zeit: Nachdem mehrere Waschbären im Landkreis Kassel von dem Erreger befallen waren, scheint der für Waschbären tödliche Staupe-Virus nun auch in der Stadt Kassel angekommen zu sein. Auch Hunde können daran erkranken.

Am Mittwoch gegen 13 Uhr mussten Polizisten in Niederzwehren ein krankes Tier erschießen, das von Anwohnern entdeckt worden war. Zuvor hatten Kinder mit dem apathischen Waschbär gespielt.

Nach Angaben der Polizei zeigte das Tier, das sich in einer Grünanlage an der Karlsbader Straße aufgehalten hat, eindeutige Krankheitssymptome. Es sei sehr zutraulich gewesen und habe Probleme gehabt, sich auf den Beinen zu halten. Anwohner Helmut Berndt berichtet gegenüber der HNA, dass mehrere Kinder vor dem Eintreffen der Polizeibeamten mit dem Tier gespielt hätten. „Die haben es gestreichelt, hochgehoben und eine Jacke darüber gelegt. Das Tier war ziemlich apathisch“, sagt der Anwohner. Daraufhin habe er die Kinder aufgefordert, dass Tier nicht weiter anzufassen, da es vermutlich krank sei.

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Eine Streife des Reviers Süd-West aus Baunatal habe das Tier mit der Schusswaffe erlöst, sagte Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch. Weil der Todesschuss im Wohngebiet abgefeuert werden musste, seien entsprechende Sicherheitsmaßnahmen getroffen worden.

Den Tierkörper haben die Beamten in die Zweigstelle des Hessischen Landeslabors an der Druseltalstraße gebracht. Ob es sich bei der Erkrankung tatsächlich um Staupe handelt, konnte das Labor am Mittwoch auf HNA-Anfrage noch nicht beantworten. Zur Untersuchung werde das tote Tier in den Hauptsitz des Labors nach Gießen gebracht. Frühestens am Freitag könnten Untersuchungsergebnisse vorliegen, sagte der Sprecher des Hessischen Landeslabors Dr. Robert Wohlfarth.

Weil das Virus auf Hunde übertragbar ist, sollten Hundehalter darauf achten, dass ihre Tiere gegen Staupe geimpft sind. Katzen lassen sich mit dem Virus infizieren, zeigen aber keine Symptome.

Für Menschen ist das Staupe-Virus ungefährlich. Trotzdem rät der Veterinärdienst der Stadt Kassel tote oder verhaltensauffällige Wildtiere nicht mit bloßen Händen anzufassen.

Von Bastian Ludwig

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