Ausstellung „Bilder unserer verlorenen Stadt“ zieht viele Blicke auf sich

Vor über 100 Jahren: Historische Aufnahme vom Zwehrenturm zum Elisabeth-Hospital.

Kassel. Viel hat ich an der Obersten Gasse verändert, einige Orientierungspunkte gibt es allerdings noch. Die Ausstellung „Bilder unserer verlorenen Stadt“ von HNA, Kasseler Sparkasse und dem Verein Freunde des Stadtmuseums ist zwischen dem Zwehrener Turm und der Martinskirche zu sehen.

Mehr Informationen gibt es im Regiowiki

Zum Beispiel im Schaufenster des Bekleidungsgeschäfts Fingerz. Mitarbeiterin Sonja Bührig ist mit dem historischen Bild auf die Oberste Gasse gegangen, damit man einen ähnlichen Blick wie damals Richtung Zwehrenturm bekommt.

Der gleiche Blick heute: Das im Krieg beschädigte Gebäude wurde wieder aufgebaut.

Nicht nur die Häuserfront hat sich deutlich verändert, früher war die Straße auch sehr viel schmaler. Die Oberste Gasse war eine lebendige Einkaufsstraße mit einer dichten Bebauung. Auf der kurzen Distanz zwischen dem Zwehrenturm und dem Abzweig zum Seidenen Strümpfchen gab es den Fleischermeister Julius Harndorf, das Lebensmittelgeschäft Kühnel, die Farbenhandlung Seebach und das 1872 eröffnete Gasthaus „Zum Lichtenhainer“. Hier wurde Bier aus Lichtenhain bei Jena ausgeschenkt. Das Haus wurde ebenso wie die Nachbargebäude im Krieg zerstört. Der Gaststättenname Lichtenhainer existiert aber weiterhin in einem Lokal an der Elfbuchenstraße im Vorderen Westen.

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Auch heute gibt es an der Obersten Gasse wieder eine Vielzahl von Geschäften und Gaststätten. Über dem Eingang zum Brautmodengeschäft Bultjer ist ein großformatiges Foto des Druselturms befestigt. Die Aufnahme, die die Situation am Druselplatz vor dem Zweiten Weltkrieg zeigt, zieht viele Blicke auf sich.

„Es bleiben auch viele junge Menschen stehen und schauen sich das an“, sagt Geschäftsinhaberin Ina Bultjer.

Genau das ist das Anliegen der Ausstellung, deren vierte Etappe in den nächsten Wochen an den Stationen Dock 4, Porzellanhaus Hornschu, Fingerz, Jugendbücherei, Hochzeitsatelier Bultjer, Optikergeschäft Filia 76 und Reformhaus Kräuterhilde zu sehen ist. Die Ausstellung ist immer geöffnet, kostet keinen Eintritt und ermöglicht ein Blick auf das alte Kassel an den Originalschauplätzen.

Stadtjubiläum

Bis zum kommenden Jahr, in dem das 1100-jährige Bestehen Kassels gefeiert wird, soll die Ausstellung in weiteren Etappen fortgesetzt werden. Im Jahr 2013 jährt sich auch die Bombennacht vom 22. Oktober 1943 zum 70. Mal. Aus diesem Anlass sollen alle Bilder der Ausstellung (Gestaltung Andrea Obijou) mit den Texten des Kasseler Historikers Christian Presche in einer Gesamtschau gezeigt werden.

Von Thomas Siemon

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