Mutterkonzern BASF führt Gespräche über Kauf von DEA

Steht der Öl- und Gasförderer Wintershall vor der Fusion?

Konkurrenten und Partner: DEA und Wintershall fördern gemeinsam Erdöl im Wattenmeer. Archi vfoto: dpa

Kassel. Der größte deutsche Öl- und Gasförderer Wintershall könnte Teil eines neuen Branchenriesen werden.

Der Chemiekonzern BASF lotet die Möglichkeiten aus, seine Kasseler Tochter mit dem Konkurrenten DEA zusammenzulegen und die neue Gesellschaft vielleicht an die Börse zu bringen. Der Ludwigshafener Konzern bestätigte gestern in einer Mitteilung Gespräche mit dem Finanzinvestor Letter One. Der Ausgang sei aber offen. Die Luxemburger Holding, hinter dem die russischen Milliardäre Michail Fridman und German Khan stehen, hatte die Deutsche Erdoel AG 2014 für 5,1 Mrd. Euro dem Energieversorger RWE abgekauft. Auch Wintershall hatte sich damals für das Unternehmen interessiert, kam aber nicht zum Zuge – dem Vernehmen nach war den Kasselern der Kaufpreis zu hoch. Wintershall und DEA fördern seit Jahrzehnten gemeinsam auf der Plattform Mittelplate im Wattenmeer Öl.

An dem fusionierten Unternehmen würde BASF die Aktienmehrheit halten, erklärte der Konzern. Doch „es besteht keinerlei Gewissheit, dass eine Transaktion vollzogen wird“, erklärte der Konzern.

Wintershall und DEA würden sich in weiten Teilen ergänzen. Die Kasseler konzentrieren sich auf die Öl- und Gasförderung in Europa, Russland, Norwegen, Nordafrika, Südamerika und im Nahen Osten. DEA ist ebenfalls in Deutschland, und Norwegen sowie in Dänemark, Algerien und Ägypten aktiv.

Wintershall ist größer als DEA

Wintershall ist das größere und finanzstärkere Unternehmen. Vom Umsatz von 2,8 Milliarden Euro blieben vor Zinsen und Steuern (Ebit) ein Gewinn von 517 Millionen Euro sowie unterm Strich ein Überschuss von 362 Mio. Euro übrig. DEA verbuchte bei einem Umsatz von knapp 1,5 Mrd. Euro ein Ebit von 44 Millionen Euro sowie unterm Strich einen Verlust von 36 Mio. Euro. Auch bei den Fördermengen und wichtigen Reserven liegt Wintershall weit vorn. 

Doch nicht nur die BASF-Tochter will ihre Förderung in Zukunft weiter herauffahren, auch der Konkurrent zeigt Ehrgeiz: „DEA beabsichtigt, innerhalb der nächsten fünf Jahre den Unternehmenswert zu verdoppeln und die tägliche Produktion auf mehr als 200 000 Barrel Öläquivalente zu steigern“, heißt es im Geschäftsbericht für 2016. Ein Barrel entspricht 159 Litern, Öläquivalente sind eine Recheneinheit, um Öl- und Gasproduktion vergleichbar zu rechnen.

Gemeinsam könnten Wintershall und DEA mit mehr als zehn Milliarden Euro bewertet werden, schrieb die Nachrichtenagentur Bloomberg. An der Börse kamen die Fusionsüberlegungen gut an: Die BASF-Aktie beendete den Handel mit einem Plus von 2,69 Prozent bei 95,10 Euro.

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