Preissteigerungen von bis zu 30 Prozent

Volle Auftragsbücher, steigende Preise: Umbau der Königsstraße wird teurer

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Eine Million Euro teurer als erwartet: Von Mehrausgaben in dieser Höhe geht die Stadt Kassel nach den jüngsten Ausschreibungen für den Um- und Ausbau der Oberen Königsstraße aus. Unser Foto zeigt die Baustelle am Opernplatz.

Kassel. Die Auftragsbücher der Bauunternehmen sind voll. Wegen der hohen Auslastung haben Betriebe die freie Auswahl. Das bekommt auch die Stadt Kassel zu spüren. Die Arbeiten werden teurer.

Wie schwer es ist, überhaupt jemanden zu finden, der Arbeiten übernehmen will, merken öffentliche Auftraggeber inzwischen genauso wie private. Der Boom am Bau sorgt für Verzögerungen und deftige Preissteigerungen von bis zu 30 Prozent.

Zu spüren bekommt das jetzt auch die Stadt Kassel. Die Kosten, die Unternehmen bei Ausschreibungen für Aufträge in Rechnung stellen wollen, liegen deutlich höher als erwartet, weil sie viel höher als vor ein paar Monaten sind.

Die Königsstraße

Beispiel Königsstraße: Für den Um- und Ausbau der Fußgängerzone muss die Stadt eine Million Euro drauflegen. Die Kostensteigerung war unvorhersehbar, betonte die Stadt. Das Ausschreibungsergebnis für die bereits abgeschlossene Untere Königsstraße habe noch unter der Kostenschätzung gelegen. Dagegen zeige das bisherige Ergebnis für die Obere Königsstraße, die gerade in Arbeit ist, viel höhere Kosten. Deshalb sei davon auszugehen, dass auch der nun auszuschreibende zweite Abschnitt Preissteigerungen aufweisen werde.

Für den Königsstraßen-Umbau stehen im Haushalt 2018 rund 4,86 Millionen Euro. Die weitere Million müsse sein, weil der zweite Bauabschnitt jetzt eingeleitet und bis Ende 2019 abgeschlossen werden müsse. Sonst gerate der gesamte Zeitplan in Gefahr.

Der Wolfsgraben

Gleiches gilt für die Sanierung des Wolfsgrabens. Dort erwartet die Stadt 500.000 Euro Mehrkosten. Die Berechnungen für Bodenaushub und Entsorgung seien bei der Ausschreibung „mehrfach um ein Vielfaches übertroffen“ worden. Bislang waren für die Sanierung der Straße im Stadtteil Wolfsanger-Hasenhecke 1,7 Millionen Euro eingeplant. Das wird nicht ausreichen.

Das Victoria-Haus

Zu den Kostenexplosionen bei Ausschreibungen erklärte die Stadt, man sei von einer kurzfristig eingetretenen Entwicklung im Bausektor betroffen. Bundesweit seien bei vergleichbaren Projekten Preissteigerungen um 15 bis 30 Prozent zu beobachten. Über Mehrausgaben von insgesamt 2,8 Millionen Euro will der Kasseler Magistrat am Mittwoch im Finanzausschuss informieren (ab 17 Uhr, Rathaus). 

Wird 490 000 Euro teurer: die Sanierung des Victoria-Hochhauses.

Ohne das Geld drohten Baustopps, betonte die Stadt. Einen Nachschlag von 490.000 Euro benötigt das Victoria-Hochhaus, um dort nach der Stadtbibliothek weitere Ämter unterbringen zu können. Bei der Entkernung des von der Stadt angekauften Gebäudes seien Brandschutzmängel in Decken-, Wand-, Flur- und Treppenhausbereichen festgestellt worden. Asbest- und faserstaubbelastete Bauteile müssten zurückgebaut und entsorgt werden. Bislang war mit Kosten von 1,589 Millionen Euro kalkuliert worden.

Der Schlachthof

Tiefer in die Tasche muss die Stadt auch für die Sanierung des Schlachthofs greifen. Mehrkosten von über 400.000 Euro ergeben sich aus Brand- und Feuchteschäden sowie durch statische Probleme im Treppenhaus und mangelnden Brandschutz. Über die Mehrausgaben in Millionenhöhe sollen am Montag, 28. Mai, die Kasseler Stadtverordneten entscheiden.

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