Konsortium will 64 Millionen Euro investieren

Steigt Convivo bei den DRK-Kliniken ein?

Traditionsreiches Krankenhaus: Unser Foto zeigt den Haupteingang der DRK-Kliniken Nordhessen.
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Könnten in Kürze einen neuen Hauptgesellschafter haben: die DRK-Kliniken Nordhessen.

Wie geht es weiter mit den DRK-Kliniken Nordhessen? Wie die HNA erfahren hat, bietet ein Konsortium um die Convivo-Gruppe um das Kasseler Krankenhaus mit.

Die DRK-Kliniken Nordhessen sind finanziell angeschlagen. Wie berichtet, liegen dem traditionsreichen Krankenhaus zwei verbindliche Angebote von strategischen Partnern vor. Bislang haben die Verantwortlichen keine Namen genannt. Wie die HNA erfahren hat, handelt es sich bei einem Bieter um einen Zusammenschluss mehrerer Unternehmen, darunter die Convivo-Gruppe.

Die ist in Kassel bereits als Betreiberin der Seniorenwohnanlage Lindenberg in Erscheinung getreten.

Steigt Convivo nun auch bei den DRK-Kliniken ein? Wie der HNA zugetragen wurde, gehören zu dem Konsortium auch die Beratungsfirma Consus Clinicmanagement, das Netzwerk DocPlus.Team und der US-Finanzinvestor Warburg Pincus, der zugesichert hat, bis zu 55 Millionen Euro an Eigenkapital bereitzustellen.

Die DRK-Schwesternschaft, einer der beiden Träger der DRK-Kliniken, hatte mithilfe des Frankfurter Anwalts Thomas Köhler das Verkaufsverfahren in Gang gesetzt. Weder von Oberin Claudia Nehrig noch von Anwalt Köhler gibt es auf Anfrage einen Kommentar zu diesem möglichen Bieter. Ein Vertreter des zweiten Trägers DRK Soziale Dienste und Einrichtungen bestätigt zumindest gegenüber der HNA, dass es sich um eine Bietergruppe handele.

Der HNA liegt ein Dokument vor, das aufführt, was dieses Konsortium mit den Kliniken vorhat. Kurzfristiges Ziel sei demnach, eine drohende Insolvenz zu verhindern. Das Konzept umfasst außerdem vier Punkte: Arbeitsplatz- und Standort-Garantie, verpflichtende Investitionen von mehr als 64 Millionen Euro „zum Erhalt und der Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung mit wirtschaftlichen Impulsen für die Region“, die Ablösung aller Darlehens-Verpflichtungen – in dem Dokument ist die Rede von 14,2 Millionen Euro – und ein Angebot für einen Pflege-Modell-Tarifvertrag.

Dieses notariell beurkundete Angebot zur Sicherung und Erhalt der Kliniken hätte das Konsortium, so steht es in dem Schreiben, am vergangenen Freitag beiden DRK-Gesellschaftern unterbreitet.

Zusätzlich zu dem Schreiben liegt der HNA eine Auflistung vor, aus der detailliert hervorgeht, in welche Bereiche investiert werden soll. Zum Beispiel werden für einen Neubau, in dem sich ein Zentral-OP mit fünf Sälen befinden soll, 30 Millionen Euro kalkuliert. Ein weiterer großer Kostenpunkt ist die Brandschutzsanierung, für die 16 Millionen Euro ausgegeben werden sollen.

Nach HNA-Informationen ist als zweiter Interessent die Sana Kliniken AG im Rennen. Der Name wird allerdings von beiden Gesellschaftern ebenfalls nicht bestätigt. (Robin Lipke)

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