Das Gelände wird rekultiviert

Stillgelegter Steinbruch im Druseltal in Kassel: Bäume sollen gepflanzt werden

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Besprechung im Steinbruch: Michael Hinz (von links) und Burkhard Hecht (beide BAG) mit Förster Dieter Schorbach.

Kassel. Seit mehr als 100 Jahren wurde im Druseltal Basalt abgebaut. Damit ist es jetzt endgültig vorbei. „Wir haben in den vergangenen Wochen die Rekultivierung vorbereitet“, sagt Michael Hinz, der Technische Leiter des bisherigen Betreibers.

Das ist die Basalt-Aktien-Gesellschaft (BAG) mit Sitz in Erfurt. In den schon länger nicht mehr genutzten Bereichen des Steinbruchs sind teilweise schon wieder Bäume gewachsen. „Wir sind mit der Entwicklung mehr als zufrieden“, sagt Dieter Schorbach vom Forstamt Wolfhagen, der für diesen Teil des Habichtswaldes zuständig ist.

Der Basaltabbau im Druseltal hatte in früheren Jahren immer wieder zu Protesten geführt. Gegen den Eingriff in den Habichtswald und den Lärm durch die Sprengungen gingen unter anderem Bewohner des benachbarten Seniorenstifts Augustinum auf die Straße. Der Steinbruch beschäftigte Gerichte, es gab Petitionen, die Bürger- und Wählerinitiative Pro Habichtswald trug den Protest bis in die Ortsbeiräte Brasselsberg und Bad Wilhelmshöhe.

Die BAG hätte an dieser Stelle noch länger Abbau betreiben können. Eine Genehmigung dafür gab es. Nach Angaben des Unternehmens war die Qualität des Basalts in der Erweiterungsfläche allerdings nicht so gut wie erwartet. Andere Abbaugebiete wie der Ölberg in Söhrewald-Wattenbach seien attraktiver.

Im Zusammenhang mit der Verkehrsbelastung am Herkules hatte es Überlegungen gegeben, das Gelände im Druseltal als Ausweichparkplatz zu nutzen. Auch andere Ideen wie die Ausweisung als Kletterpark oder Mountainbikestrecke sind vom Tisch. Die Natur hat Vorrang. Der Steilhang im hinteren Teil des Geländes werde komplett in Ruhe gelassen. Hier sollen Sonderbiotope entstehen, die unter anderem dem Uhu und seltenen Pflanzen Lebensraum bieten.

Der größte Teil des Geländes wurde eingeebnet und soll demnächst mit Bäumen bepflanzt werden. Eine sechsstellige Summe habe man dafür investiert sagt Michael Hinz. Anspruchslosere Arten wie die Erle sollen den Boden für den geplanten Mischwald bereiten.

Die Fachleute vom Hessenforst und von der Basalt AG warnen eindringlich davor, die Steilhänge als Kletterfelsen nutzen zu wollen. „Das ist lebensgefährlich“, sagt Dieter Schorbach. Viele Steine seien viel lockerer, als es den Anschein habe. Immer wieder würden Basaltstücke herunterfallen. Auch für Spaziergänger ist das Gelände gesperrt. Darauf wird mit mehreren Hinweisschildern und Absperrungen hingewiesen.

Für den Basaltabbau sind die Tage des Steinbruchs schon länger gezählt. Vor sechs Jahren gab es hier die letzten Sprengungen. Alle Geräte sind längst abgebaut. „Jetzt holt sich die Natur das Gelände zurück“, sagt Dieter Schorbach.

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