Heimtückischer Anschlag: Steine sollten auf A7 fallen - Polizei sucht Täter

Kassel. Unbekannte haben am Dienstagmorgen am Rand einer Brücke, die nahe des Rastplatzes Kassel über die Autobahn A 7 führt, zwei Betonsteine abgelegt. Die Steine drohten auf die Fahrbahn zu fallen. Nun sucht die Polizei nach Zeugen.

Autofahrer, die auf der A 7 unterwegs waren, sind offenbar nur knapp einem heimtückischen Anschlag entgangen. Am Dienstagmittag sind zwei Betonsteine entdeckt worden, die vorsätzlich an den Rand einer Brücke über die Autobahn gelegt worden seien, teilte Polizeisprecher Torsten Werner mit. Nur durch Glück seien die Steine nicht auf vorbeifahrendes Autos gefallen.

Gegen 11.40 Uhr hatte ein Zeuge die Handball großen Betonsteine auf der Brücke nahe des Ratshofs Kassel entdeckt und die Polizei alarmiert. Der Fundort befindet sich an der Landesstraße zwischen Fuldabrück-Bergshausen und Lohfelden-Crumbach. Die drei bis vier Kilogramm schweren Steine drohten vom Brückenrand auf den rechten der drei Fahrstreifen in Richtung Norden zu fallen. „Eine Vibration oder eine Windböe hätte möglicherweise ausgereicht, den Stein zu kippen und damit auf die Fahrbahn hinabfallen zu lassen“, sagte Polizeisprecher Werner. Wäre es tatsächlich dazu gekommen, hätte das verheerende Folgen für Autofahrer haben können.

Die Betonsteine auf der Brücke erinnern an einen Vorfall vor zwei Jahren. Damals hatten Unbekannte nur wenige Kilometer entfernt vom jetzigen Tatort einen Holzklotz von einer Brücke auf die A7 geworfen. Der Klotz war durch die Frontscheibe eines Lastwagens geschlagen. Wie durch ein Wunder war der damals 39-jährige Fahrer unverletzt geblieben. Eine Spur zu einem Täter gebe es bisher „leider nicht“, sagte Werner.

Unklar blieb am Dienstag, wie lange die Steine an der Brückenkante gelegen haben, bevor sie gefunden wurden. Beamte des Polizeireviers Ost entschärften die Gefahrenstelle und sicherten die Steine. Einer war womöglich Teil eines Rasengitters. Der andere war die Hälfte eines Klumpens, in den offenbar ein Pfosten einbetoniert gewesen sei. Woher die Objekte, stammen, sei bislang unklar. Im Labor der Kasseler Kripo sollen die Betonsteine nun auf DNA-Spuren untersucht werden.

Die Ermittler erhoffen sich aber auch Hinweise aus der Bevölkerung. Es werde ermittelt wegen des versuchten gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, sagte Werner. Von besonderem Interesse seien auch Hinweise, die Aufschluss über die Herkunft der Steine geben könnten. Womöglich stammten beide Betonstücke von einem Privatgrundstück in Fuldabrück oder Lohfelden. (clm)

Hinweise: Polizeipräsidium Nordhessen, Tel. 05 61 / 91 00.

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