Sparprogramm greift

HNA-Interview: K+S-Vorstandschef für das Gesamtjahr zuversichtlich

Kassel. Der Kali- und Salzproduzent K+S hat hat am Donnerstag überraschend gute Zahlen vorgelegt. Darüber und über die Perspektiven sprachen wir mit Vorstandsvorsitzenden Norbert Steiner.

Herr Steiner, das operative Ergebnis für das Jahr 2014 liegt am oberen Ende Ihrer jüngsten Prognose. Was sind die Gründe für diese Entwicklung?

Steiner: Wir haben im vergangenen Jahr ein ordentliches Ergebnis erwirtschaftet, das im Mehrjahresvergleich aber immer noch deutlich die Spuren der Verwerfungen am Kalimarkt nach dem „schwarzen Dienstag“ im Jahr 2013 erkennen lässt. Dies macht insbesondere ein Blick auf die durchschnittlichen Verkaufspreise unseres volumenstärksten Standard-Düngemittels Kaliumchlorid deutlich, die im Jahr 2014 trotz der erreichten Verbesserungen unter Vorjahresniveau lagen.

Welchen Anteil hat das Sparprogramm „Fit für die Zukunft“ an diesem Ergebnis?

Steiner: Einen großen. Ihm verdanken wir, dass wir wieder in die Nähe des letztjährigen Ergebnisses gekommen sind: Gegenüber 2013 macht das einen Betrag von gut 120 Millionen Euro aus, mehr, als ursprünglich geplant. Das Programm bedeutet für unser Unternehmen und alle Mitarbeiter eine enorme Kraftanstrengung und ist mit erheblichen Einschnitten verbunden.

Wie viele Stellen sind bislang gestrichen worden?

Steiner: Die Maßnahmen zur Effizienzsteigerung führt zu einer Bündelung, Neuausrichtung oder auch zum Wegfall von Aufgaben. Das hatte Auswirkungen auf unsere Personalzahlen. Deshalb sind in den beiden vergangenen Jahren weltweit gut 350 Arbeitsplätze in der K+S-Gruppe abgebaut worden. Schlankere, flexiblere und damit reaktionsschnellere Strukturen und Prozesse sind notwendig.

Mit welchem Ergebnis rechnen Sie für 2015?

Steiner: Höhere Durchschnittspreise in beiden Geschäftsbereichen sowie positive Wechselkurseffekte im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte aufgrund des von uns stärker erwarteten Dollar sollten zu einem deutlichen Anstieg unseres operativen Ergebnisses führen.

Wo sehen Sie den Kalipreis im Jahresmittel?

Steiner: Hier gilt wie immer: Sie werden niemanden finden, der heute dazu eine konkrete Aussage machen kann. Aber wir rechnen damit, dass die globale Kalinachfrage in diesem Jahr etwas unter dem Rekordniveau von 2014 liegen wird. Die Kalimärkte in den für uns bedeutenden Regionen wie Europa, Südamerika und Südostasien zeigen sich derzeit allerdings insgesamt in einer guten Verfassung, und es gibt in einigen Regionen Nachholbedarf. Deshalb sollten wir in der Lage sein, wieder etwa sieben Mio. Tonnen Kali- und Magnesiumprodukte zu einem etwas höheren Verkaufspreis abzusetzen.

Wie laufen die Dinge in Kanada, wo K+S für knapp drei Milliarden Euro ein neues Bergwerk erschließt?

Steiner: Wir kommen mit dem Legacy-Projekt weiter gut voran. Die Hälfte des vorgesehenen Budgets ist bereits verbaut, und drei Viertel der gesamten Investitionssumme sind in Aufträgen für unsere Lieferanten gebunden. Mit Legacy werden wir mittelfristig unsere Wettbewerbsfähigkeit erheblich steigern und der einzige Kaliproduzent weltweit sein, der flexibel auf zwei Kontinenten produzieren kann.

Wird das Bergwerk planmäßig in Betrieb gehen?

Steiner: Wir sind sehr zuversichtlich, das neue Werk wie geplant im Sommer 2016 in Betrieb nehmen zu können.

Zur Person Norbert Steiner

Norbert Steiner ist seit Mitte 2007 Vorstandschef der K+S AG: Der 60-jährige Jurist kam 1993 vom damaligen K+S-Mutterkonzern BASF, nach Kassel und leitete zunächst den Bereich Recht, Steuern und Versicherungen. 2000 stieg der verheiratete Vate zweier erwachsener Söhne in den Vorstand auf, sieben Jahre später wurde er dessen Chef. Der gebürtige Siegener interessiert sich für Kunst und Musik und sammelt Modelleisenbahnen. Der Manager gilt als bodenständig, verbindlich, besonnen und sozial. Sein Vertrag lauft bis Mai 2017. (jop)

Rubriklistenbild: © dpa

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