Feier zum 125. Geburtstag der Juristin und Politikerin 

Bundespräsident Steinmeier ehrt Elisabeth Selbert in Kassel

Interessiert: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Ehefrau Elke Büdenbender vor einer Vitrine im Archiv der Deutschen Frauenbewegung, Gottschalkstraße 57.
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Interessiert: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Ehefrau Elke Büdenbender vor einer Vitrine im Archiv der deutschen Frauenbewegung in Kassel, Gottschalkstraße 57.

Aus Anlass der Feier zum 125. Geburtstag von Elisabeth Selbert waren Bundespräsident Frank-Walter-Steinmeier und Ehefrau Elke Büdenbender am Dienstag zu Besuch in Kassel.

Kassel – Dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei seinem Besuch in Kassel anlässlich des 125. Geburtstags von Elisabeth Selbert zuallererst das Archiv der deutschen Frauenbewegung besuchte, war nur folgerichtig. In dem 1984 eröffneten einzigartigen Institut und Dokumentationszentrum in Kassels Nordstadt wird zu Elisabeth Selbert geforscht, und hier befindet sich auch der umfangreiche Nachlass der berühmten Juristin und Politikerin aus Kassel.

Die dortigen Exponate zogen Frank-Walter Steinmeier und Ehefrau Elke Büdenbender regelrecht in den Bann. Vor allem die Grundgesetz-Ausgabe Selberts mit deren handschriftlichen Bemerkungen hatte es ihnen angetan. Wenigstens ein Faksimile dieses für sich sprechenden Dokuments müsse unbedingt im Haus der Geschichte in Bonn einen Platz haben, begeisterte sich Elke Büdenbender und versuchte, die Bleistift-Notizen Selberts an den Seitenrändern zu entziffern. „Wir nehmen gerne auch das Original“, scherzte Frank-Walter Steinmeier. Nein, nein, das bleibt natürlich in Kassel, gaben die Mitarbeiterinnen des Archivs unmissverständlich zu verstehen. Aber über das Interesse des Besuchs an ihren Beständen freuten sie sich sehr.

Lange bevor der Bundespräsident und seine Gattin gestern Morgen in Berlin in den Flieger Richtung Calden gestiegen waren, hatten bereits unzählige Polizisten entlang der Gottschalkstraße und in den Seitenstraßen Position bezogen, um für die Sicherheit des Staatsoberhaupts zu sorgen. Wochen der Vorbereitung in Sachen Protokoll und Akkreditierung lagen hinter den Mitarbeitern im Kasseler Rathaus. Vor Ort wurde jeder angemeldete Journalist, Fotograf und Kameramann noch einmal gründlich gecheckt.

Auch die Mitarbeiterinnen des Archivs der deutschen Frauenbewegung hatten in Vorbereitung auf den hohen Besuch keine Mühen gescheut. „Fällt Ihnen auf, wie alles strahlt?“, fragte Jacqueline Weil und spielte auf den neuen weißen Anstrich der Archivräume an. Gerade noch rechtzeitig vor dem Besuch sei die Plakette für die Auszeichnung „Orte der Demokratiegeschichte“ in der Gottschalkstraße angekommen und konnte am mit Blumenkübeln geschmückten Eingang gut sichtbar angebracht werden.

Alles Weitere war für die erfahrenen Mitarbeiterinnen und Historikerinnen Kerstin Wolff, Silke Mehrwald und Mirjam Höfner – trotz ein wenig Lampenfiebers im Vorfeld – Routine: die Führung durch das reich bestückte Haus. Eine Stunde lang hielten sich Steinmeier und Büdenbender in Begleitung von OB Christian Geselle und Staatssekretärin Anne Janz in den einladenden Räumen im Hinterhaus der Gottschalkstraße 57 auf.

„Es war ein großartiger Austausch: anregend, anspruchsvoll und interessiert“, sagte Mirjam Höfner über das Gespräch unter Ausschluss der Journalisten. Die Wertschätzung für Elisabeth Selbert brachte Bundespräsident Steinmeier indirekt in seinem Eintrag ins Gästebuch des Archivs zum Ausdruck: „Demokratie ist nicht reserviert für eine Hälfte der Gesellschaft.“ Und an die Archiv-Mitarbeiterinnen, denen er für ihr Engagement dankte, gerichtet: „Die Geschichte der Frauenbewegung bedarf fortschreitender Aufarbeitung. Ohne sie bleibt die Geschichte der Demokratie unvollständig.“

Von Christina Hein

Frauenrechtlerin: Elisabeth Selbert.
Reicher Schatz: Silke Mehrwald (links) führt die Gäste in die Bestände des Archivs der deutschen Frauenbewegung ein.

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