Stephan Ernst: Mord an Walter Lübcke war ein „Fehler“

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Hat den Mord an Walter Lübcke gestanden: Neonazi Stephan Ernst aus Kassel.

Stephan Ernst, mutmaßlicher Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, soll seine Tat als „Fehler“ bezeichnet haben.

Laut dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ hat der 45-Jährige dies in seinem Geständnis gesagt.

Ernst soll auf der Bürgersammlung 2015 in Lohfelden einer jener Zwischenrufer gewesen sein, auf die Lübcke mit dem Satz reagierte: „Wer diese Werte nicht vertritt, kann jederzeit dieses Land verlassen.“

Unterdessen sitzen die am Mittwoch festgenommenen Markus H (43) aus Kassel und Elmar J. (64) aus Borgentreich-Natzungen weiter in Untersuchungshaft, wie die Bundesanwaltschaft gestern mitteilte. Die Behörden ermitteln gegen die beiden wegen Beihilfe zum Mord. Sie wurden dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt. J. soll Ernst die Tatwaffe verkauft haben, H. wird vorgeworfen, den Kontakt zwischen beiden hergestellt zu haben.

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Das Neonazi-Netzwerk „Combat 18“ hat sich mittlerweile von Stephan Ernst distanziert. In einem Video erklärt eine vermummte Person, der mutmaßliche Mörder habe sich nicht in den Reihen von „Combat 18“ bewegt. Der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz stuft die Botschaft als echt ein. Laut Experten will die rechtsextreme Gruppe so möglichen Verbotsgründen entgegentreten.

Mehrere Kasseler Initiatoren haben auf der Plattform Change.org derweil eine Internet-Petition ins Leben gerufen, die die sofortige Freigabe der NSU-Akten erreichen will. Dies hatte auf der Kundgebung am Donnerstag mit 10 000 Teilnehmern vor dem Regierungspräsidium auch Staatstheater-Intendant Thomas Bockelmann gefordert.

Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) hatte zuletzt angekündigt, die ursprünglich für 120 Jahre unter Verschluss gehaltenen Akten des Verfassungsschutzes 2044 freigeben zu wollen.  

mal/dpa

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