Es gibt bis heute offenbar keine Baugenehmigung für die ehemalige Druckerei

Stillstand bei Schanze?

Zumindest wird jetzt am Dach gearbeitet: Ein wirklicher Baufortschritt ist an dem Gebäude an der Kohlenstraße seit Monaten nicht festzustellen. Foto:  Koch

Wehlheiden. Die Fenster fehlen immer noch, zumindest wurde mit dem Decken des Daches begonnen. Wer regelmäßig an der ehemaligen Druckerei Schanze an der Kohlenstraße vorbeifährt, der konnte in den vergangenen Monaten keinen wirklichen Baufortschritt feststellen.

Nichtsdestotrotz hält Marcel Kruse, der Sohn von Eigentümer Karl-Heinz Kruse, Geschäftsführer der Firma Kruse Immobilien GmbH in Lohfelden, an dem Zeitplan fest: Das Gebäude soll im August/September dieses Jahres seiner neuen Bestimmung übergeben werden. „Wir haben voll vermietet“, sagt Marcel Kruse. Im Februar 2011 hatte er noch angekündigt, dass das Gebäude ab Januar 2012 als Büro- und Verwaltungsgebäude genutzt werden soll.

„Auch etwas mit Essen“

Welche Branchen jetzt in die frühere Druckerei einziehen, darüber wollte Kruse jetzt allerdings nichts sagen. Im November vergangenen Jahres hatte er noch gegenüber der HNA erklärt, dass ein Restaurant im Souterrain und eine Bäckerei im Erdgeschoss eröffnen würden. Für die Bäckerei sei extra eine Terrasse angebaut worden. Jetzt sagt Kruse, dass diese Pläne noch einmal überarbeitet worden wären. Der neue Mieter habe aber „auch etwas mit Essen“ zu tun. „Die Pläne liegen beim Bauamt zur Prüfung“, sagt Kruse. Dort solle man doch nachfragen, schlägt Kruse vor.

Das Bauamt der Stadt Kassel darf darüber allerdings keine Auskunft geben. „Das fällt unter den Datenschutz“, sagt Petra Bohnenkamp, Sprecherin der Stadt. Sie sagt nur mit Blick auf die frühere Druckerei: „Das Amt für Stadtplanung, Bauaufsicht und Denkmalschutz wartet auf einen genehmigungsfähigen Bauantrag.“ Das bedeutet: Es scheint Schwierigkeiten mit jenen Unterlagen zu geben, die Kruse beim Bauamt eingereicht hat. Somit gibt es für das Gebäude bislang keinen genehmigten Bauantrag. Sicherungsarbeiten, wie zum Beispiel das Dachdecken und der Einbau von Fenstern, dürfen allerdings vorgenommen werden.

Vom Bauantrag einmal abgesehen: Experten der Baubranche äußern Zweifel daran, dass das Gebäude bereits im August dieses Jahres bezugsfähig sein könnte.

Ortsbeirat hat Zweifel

Zweifel an der Seriosität des Bauherren hat auch der Ortsbeirat Wehlheiden wiederholt geäußert. „Das ist doch alles dubios“, sagt Ortsvorsteher Norbert Sprafke. Das sei kein seriöses Geschäfts- und Planungsgebahren. „Der will uns nur müde machen und dann überfallartig irgendeinen Mieter präsentieren, der nicht ins Konzept des Stadtteils passt“, sagt Sprafke über den Bauherrn. Der Ortsbeirat werde aber wachsam bleiben.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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