Stimme gegen Hass: Don Maxin rappt für Flüchtlinge

Stammt aus Hoyerswerda, das einst zum Symbol für Fremdenhass wurde: Der Kasseler Rapper Paul Böstro alias Don Maxin. Foto: Sonner/nh

Kassel. Für den Kasseler Rapper Don Maxin war klar, dass er etwas tun muss für Flüchtlinge. Also nahm er einen Benefizsong auf, dessen Einnahmen an Flüchtlingsinitiativen gehen.

Vor 24 Jahren war Paul Böstro ganz in der Nähe, als Flüchtlingsheime brannten. Der Kasseler Rapper, der sich Don Maxin nennt, wohnte mit seiner Familie im sächsischen Hoyerswerda nicht weit entfernt von dem Flüchtlingsheim, das im September 1991 von einem rassistischen Mob angegriffen wurde. Auch deswegen erhebt Böstro nun seine Stimme.

Der 28-Jährige hat einen Benefizsong für Flüchtlinge aufgenommen. „Wir halten zusammen“ steht auf Youtube und soll nun auch bei iTunes, Amazon und allen Download-Portalen erhältlich sein. Es ist eine Abrechnung mit all dem Hass, den Böstro bei Facebook und anderswo lesen muss. „Das ist grauenhaft“, sagt der Mediengestalter, der in einer Kasseler Agentur arbeitet.

In drei Nächten hat Don Maxin die Nummer mit dem Produzenten Christoph Dubbel aufgenommen. Seines Wissens ist es deutschlandweit der erste Song zur aktuellen Debatte. Irgendwo zwischen Melancholie und Wut bewegt sich der Song mit seinen Synthie-Flächen und den flirrenden Gitarren. „Keiner hat sich’s ausgesucht im Kriegsgebiet zu leben, zwischen Bombenhagel, Leid, Hunger und zigtausend Tränen“, heißt es im Text. Und Böstro fragt den Mob, der diesmal in Heidenau und im Netz wütet: „Geht’s dir wirklich dadurch besser - mit Hass zu begegnen?“

Sein Album „Freier Fall“ hatte Don Maxin im Frühjahr über eine Crowdfunding-Plattform finanziert, mit der Künstler Geld sammeln. Nun will er den Erlös von „Wir halten zusammen“ Flüchtlingsinitiativen spenden.

Mit Rap hatte er einst angefangen, nachdem sein Vater gestorben war. Der Teenager zog allein nach Kassel, wo ihm die Beats Halt gaben. Nun macht seine Musik die Welt ein bisschen besser. „Ich kann nicht viel geben, aber ich gebe, was ich geben kann“, sagt Böstro.

Don Maxin tritt heute, 16 Uhr, beim Eröffnungsfest der Friedrich-Ebert-Straße an der Bühne vor der Hauptpost auf.

www.don-maxin.de

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