Spitzenkandidaten Philipp Rösler (FDP) und Tarek Al-Wazir (Grüne) in Kassel

Sie schworen ihre jeweiligen Parteimitglieder in Kassel auf den Wahlkampf ein: Tarek-Al-Wazir (links) von den Grünen und FDP-Bundesvorsitzender Philipp Rösler. Fotos: Konrad

Kassel. Zwei prominente Politiker machten am Dienstagabend bei ihrer Wahlkampftour in Kassel Station.

In der Turnhalle der Nachrichtenmeisterei sprach Tarek Al-Wazir, Spitzenkandidat der hessischen Grünen für die Landtagswahl, zum Wahlkampfhöhepunkt der Kasseler Grünen. Und gleich nebenan, im Südflügel des Kulturbahnhofs, schwor Bundeswirtschaftsminister und FDP-Bundesvorsitzender Philipp Rösler die Liberalen auf die Bundestagswahl am 22. September ein. Denn: „Die steht jetzt im Fokus.“ Das hatte er verkündet, nachdem die FDP in Bayern den Sprung in den Landtag verpasst hatte. So standen im voll besetzten Südflügel des Bahnhofs bundespolitische Themen im Mittelpunkt, nachdem zuvor die Kandidaten des FDP-Bezirksverbandes Nord- und Osthessen vorgestellt wurden.

Rösler gab sich kämpferisch, hielt ein Plädoyer für „die Mitte in Deutschland, ohne die nichts geht“ und positionierte die FDP als Partei der Freiheit. Er verteilte Spitzen auf den von den Grünen zur Diskussion gestellten vegetarischen Donnerstag. Weitere Themen waren unter anderem Eurokrise und Strompreise, regionale Aspekte blieben außen vor.

Bei den Grünen ging es vergleichsweise entspannt zu. Ein Musiktrio mit Kontrabass und Gitarren stimmte Gäste in der eher rustikalen Atmosphäre der Turnhalle der Nachrichtenmeisterei ein. Kämpferische Töne schlug die Kasseler Direktkandidatin Nicole Maisch an und leitete mit dem Thema Energiewende, bei der die Grünen eine dezentrale, bürgernahe Versorgung mit Strom aus künftig 100 Prozent erneuerbaren Energien fordern, zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl, Tarek Al-Wazir, über. Er stellte vor allem den Klima- und Naturschutz sowie die erneuerbaren Energien in den Vordergrund. Natur- und Klimaschutz dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden. Al-Wazir: „Wer den Klimaschutz nicht hinbekommt, kann auch die Natur nicht schützen.“ Wenn der Klimawandel ungebremst weitergehe, könne man alle Naturschutzziele vergessen. Mit Blick auf den vegetarischen Donnerstag sagte er: „Wir wollen niemandem vorschreiben, was er essen soll.“ Es gehe um Wahlfreiheit. Maisch sagte zuvor, der Tag solle auch dazu dienen, allgemein die berechtigte Kritik an der industriellen Lebensmittelproduktion zu bestärken. (mkx)

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