Vorgeschmack auf die d 13: Kunstaktion im Hugenottenhaus ist noch heute öffentlich

Stimmengewirr im Bodesaal

In den dunklen Saal geblitzt: Schauspieler bewegen sich im Raum. Die Geräusche, die sie dabei machen, bilden einen ständig wechselnden Klangteppich. Fotos: Schachtschneider

Kassel. Die Spannung ist groß. Einen exklusiven Vorab-Einblick in die Arbeit eines documenta-13-Künstlers hatte Pressesprecherin Henriette Gallus versprochen und zu einem „live aufgeführten Kunstwerk“ eingeladen.

Der Ort ist vielversprechend: Die „öffentliche Probe“ findet im sogenannten Bodesaal des Hugenottenhauses an der Friedrichsstraße 25 statt. Das 1825 erbaute, in den 50er-Jahren zum Hotel umgebaute Hugenottenhaus war in der Vergangenheit schon öfter Veranstaltungsort für spannende, die Geschichte und den morbiden Charme des Hauses aufgreifende Kunst- und Theaterveranstaltungen.

Jetzt also documenta-Kunst: Zunächst muss eine Viertelstunde lang im verwilderten Garten gewartet werden, bis sich die schmale, weiße Tür öffnet. Ist der freundliche junge Mann am Eingang der Künstler? Nein, er sei nur der „Guard“, also der Aufpasser, sagt Descher Daengem. Der Name des Künstlers werde selbstverständlich noch nicht verraten.

Den Besucher erwartet ein verdunkelter, nur diffus beleuchteter Raum. Schemenhaft wird ein Dutzend Menschen wahrgenommen. Sie bewegen sich ungleichmäßig in dem ursprünglich von Paul Bode, dem Bruder des documenta-Gründers Arnold Bode, gestalteten Saal. Und sie machen Geräusche. Sie summen, zischen, singen, wiederholen rhythmisch Laute. Mal laut, mal leise. Von allen Seiten und aus unterschiedlichen Entfernungen dringen sie ans Ohr. Die Schauspieler, die sich wie in Trance bewegen, kommen manchmal ganz nah.

Doch das Ganze wirkt so gar nicht inspirierend und erinnert eher an die Aufwärmphase einer Schul-Theater-AG. Aber vielleicht fehlt ja nur der Worldly Companion, der weltgewandte Begleiter, der den Besucher an das Kunstwerk heranführt und zu einem Gedankenaustausch anregt. Zur documenta soll das Kunstwerk an sieben Tagen in der Woche, zehn Stunden täglich, zu sehen und zu hören sein.

Die öffentliche Probe, Friedrichsstraße 25, wird heute, 15 bis 19 Uhr, wiederholt.

Infos: www.       mydocumenta.de

Von Christina Hein

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.