Anwohner klagten über Reizungen: Vermutlich Buttersäure im Aufzug

Kassel. Ein übler Gestank im Aufzug des Hochhauses an der Sophienstraße rief am Samstagmittag Feuerwehr und Polizei auf den Plan. Vier Bewohner des zehnstöckigen Hauses, die den Fahrstuhl benutzt hatten, klagten über Reizungen im Augen- und Rachenbereich.

Sie wurden ambulant behandelt. Nach Angaben der Polizei könnte es sich beim dem im Aufzug freigesetzten Stoff um Buttersäure gehandelt haben. Buttersäure riecht unangenehm nach Erbrochenem oder ranziger Butter. Die Dämpfe der Säure reizen Augen und Atemwege.

Gegen 12.30 Uhr hatten Mieter des Hochhauses die Feuerwehr verständigt. Der starke, ekelerregende Geruch sei seit dem Vortag wahrzunehmen gewesen und habe sich auch im Treppenhaus ausgebreitet. Die Feuerwehr setzte den Aufzug daraufhin außer Betrieb und alarmierte wegen der gesundheitlichen Beschwerden von zwei Anwohnerinnen Rettungswagen und Notarzt.

Aufgebrochene Glasampulle

Um herauszufinden, woher der Gestank kommt, entfernten Einsatzkräfte unter Atemschutz den Bodenbelag und den Holzboden der Aufzugkabine, berichtet Karsten Fischer von der Kasseler Feuerwehr. Dabei entdeckten sie Teile einer aufgebrochenen Glasampulle. Vermutlich sei die Substanz vorsätzlich im Aufzug freigesetzt worden. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung. Dazu, wer für den Vorfall verantwortlich ist, gibt es bisher keine Erkenntnisse.

Die Notärztin ging alle Wohnungen ab, um sich zu vergewissern, ob weitere Mieter unter Beschwerden litten. Nach Angaben der Polizei wurden insgesamt vier Menschen ambulant behandelt.

Den Mietern, die zum Zeitpunkt des Einsatzes nicht zuhause waren, wurde eine Information an der Wohnungstür hinterlassen.

Der Aufzug wurde vorerst außer Betrieb genommen. Der Schaden beläuft sich nach Angaben der Feuerwehr auf 20.000 Euro. (rud)

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