„Stolpersteine“: Verein in Kassel gegründet

Kassel. In Kassel ist der Verein „Stolpersteine in Kassel“ gegründet worden, der die Arbeit der schon zuvor bestehenden Stolperstein-Initiative weiterführen will. Bereits im November 2011 haben die Kasseler Stadtverordneten einstimmig beschlossen, das Kunst- und Gedenkprojekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig zu unterstützen und den Magistrat aufgefordert, dabei umfassende Hilfe zu leisten.

In über 600 Städten und Gemeinden Deutschlands sind bisher 25  000 „Stolpersteine“ verlegt worden. Die 10 mal 10 Zentimeter großen Steine tragen auf der Oberseite ein Messingschild mit dem Namen des Opfers, seinem Geburts- und Todestag und einer Schicksalsangabe. Sie bilden damit ein großes dezentrales Denkmal gegen Rassenhass und Intoleranz, sagt Vorstandsmitglied Jochen Boczkowski.

Gedenken der NS-Opfer

Im Frühjahr kommenden Jahres soll in Kassel an acht Verlegestellen vor der letzten Wohnadresse an ermordete NS-Opfer erinnert werden, indem Gedenksteine in den Gehweg eingelassen werden. Oberbürgermeister Bertram Hilgen wolle die Patenschaft für einen Stein in der Parkstraße übernehmen. Dort soll an die Jüdin Regina Deborah Schiff erinnert werden, die 1943 in Auschwitz ermordet wurde. Der Verein unterstütze die Idee Demnigs, möglichst vielen der ihrer Würde beraubten NS-Opfer ihren Namen in enger Verbindung mit ihrem letzten Wohnsitz zurückzugeben, und hoffe auf die ideelle und finanzielle Unterstützung Kasseler Bürger.

Auf der Gründungsversammlung wurde ein sieben-köpfiger Vorstand gewählt, dem Jochen Boczkowski und Norbert Sprafke als Vorsitzende und Silvia Gingold, Marianne Hornung-Grove, Frank-Matthias Mann, Jürgen Strube und Erika Wittlinger-Strutynski angehören. (use)

Kontakt unter stolpersteine-in-kassel@arcor.de

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