Hoffnung auf Halle am neuen Flughafen

Fieseler Storch aus Kassel steht vorerst in Paderborn

Publikumsmagnet: Der Fieseler Storch war beim Tag der offenen Tür im vergangenen Jahr auf dem alten Flughafen Kassel/Calden dicht umlagert. Abheben konnte er damals nicht, weil es zu windig war. Archivfoto:  Fischer

Kassel. Noch ein letztes Mal durfte der Fieseler Storch vom alten Flughafen Kassel/Calden abheben. Zuvor war jede Menge Papierkram für eine Sondergenehmigung des Regierungspräsidiums nötig. 20 Minuten dauerte der Flug nach Paderborn/Lippstadt, wo das 1943 in den Kasseler Fieseler Werken gebaute Flugzeug jetzt erst einmal bleiben wird.

„Eigentlich gehört der Storch nach Kassel, aber im Moment gibt es keine andere Möglichkeit“, sagt Dr. Joachim Schnell, der Vorsitzende des Fördervereins. Der hat den Storch, der nach wie vor der Stadt Kassel gehört, mit großem ehrenamtlichen Einsatz und für viel Geld wieder auf Vordermann gebracht. Eigentlich sollte er eine Attraktion am neuen Flughafen Kassel/Calden werden.

„In den Vorgesprächen hieß es immer, für den Storch könne es eine Halle neben dem Tower geben“, sagt Schnell. Davon war nach der Inbetriebnahme des 271 Millionen Euro teuren Flughafens erst mal keine Rede mehr. Man habe dem Verein Alternativen angeboten, sagt Rolf Hedderich für die Geschäftsführung der Flughafen GmbH. Ein Umzug scheiterte bislang an einer ganzen Reihe von Gründen.

Bisher hat man unter anderem ergebnislos über ein freies Grundstück verhandelt. Nicht nur das. „Eine Halle, die uns angeboten wurde, ist nicht trocken, nicht gut beheizbar und soll 6000 Euro Miete im Jahr kosten“, sagt Klaus Hessenmüller vom Förderverein Fieseler Storch.

Voller Taubendreck: Bis 2006 hing der Storch im Kulturbahnhof. Er musste komplett saniert werden.

In Paderborn sei man dagegen mit offenen Armen empfangen worden. Dort finde man in dem vor zwei Jahren gebauten Quax-Hangar optimale Bedingungen vor. Am Rande des Flughafengeländes werden dort mehrere historische Flugzeuge präsentiert, auch eine professionell ausgestattete Werkstatt gebe es dort.

Hier wird der Storch für eine technische Überprüfung vorbereitet, die in Calden nicht mehr abgenommen werden kann. „Die Firma Piper hat die Lizenz dafür zurückgegeben, das hat sich nicht gelohnt“, sagt Dieter Hessenmüller, der bis vor einigen Jahren Geschäftsführer des Flugunternehmens Jet Aviation war.

Ab Mai will der Verein Rundflüge anbieten, die in Calden stattfinden sollen. Abends fliegt der Storch dann zurück nach Paderborn. „Mittelfristig wollen wir zurück, vielleicht klappt es ja doch noch mit einer geeigneten Halle“, sagt Joachim Schnell.

Von Thomas Siemon

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