Stadt schließt Kooperationsvertrag mit Verein, der das

Der Storch soll wieder fliegen: Legendäres Flugzeug wird in Calden restauriert

Zwischenlandung: Bis vor fünf Jahren wurde der Fieseler Storch im Kulturbahnhof ausgestellt. Archivfoto:  Koch

Kassel. Der legendäre Fieseler Storch soll schon bald wieder über Kassel fliegen. Eine Kooperation zwischen der Stadt und dem Verein Fieseler Storch schafft dafür die Voraussetzungen.

Es geht um das Modell, das bis vor fünf Jahren im Kulturbahnhof ausgestellt war und heute in einer Halle am Flughafen Calden steht. Das Flugzeug, das 1943 in den Kasseler Fieseler-Werken gebaut wurde, gehört seit 1976 der Stadt. Mit Unterstützung des Landes wurde es damals als Zeugnis Kasseler Technikgeschichte gekauft.

Noch fehlen Ersatzteile

Der Verein könne das Flugzeug für Ausstellungszwecke und zum Fliegen nutzen, sagt Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD). Einen entsprechenden Beschluss habe der Magistrat getroffen.

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Das ist ein Durchbruch, denn jetzt kann der Verein mit seinem Dutzend flugsportbegeisterten Mitgliedern endlich durchstarten. „Wenn wir die letzten noch fehlenden Ersatzteile bekommen, dann kann der Storch im September abheben“, sagt Vereinsmitglied Herbert Lindenborn. Der Ingenieur, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Kasseler Uni beschäftigt ist, hat ebenso wie die meisten anderen Vereinsmitglieder einen Pilotenschein. Seit mehreren Jahren arbeiten sie daran, den Storch wieder flugtauglich zu machen.

Testflug: Firmenchef und Kunstflugweltmeister Gerhard Fieseler im Jahr 1936.

Das Sanitätsflugzeug ist das letzte erhaltene Modell aus Kasseler Produktion. Es wurde im Zweiten Weltkrieg auch als Aufklärungsflugzeug eingesetzt. Bei dem Reichskriegertag 1939 in Kassel landete der Storch auf dem Friedrichsplatz. Für den Start brauchte er eine Bahn von 45 Metern, für die Landung reichten 25 Meter. Der Kasseler Kunstflugweltmeister Gerhard Fieseler flog als Firmenchef die neuen Maschinen selbst ein. Fieseler wurde im März 1944 als Betriebsführer abgesetzt, da die von der Luftwaffe geforderten Produktionszahlen nicht erreicht wurden. Zeitweise waren mehr als 10 000 Arbeiter, darunter Tausende Zwangsarbeiter, in den Fieseler-Werken beschäftigt. Fieseler starb 1987.

Von Thomas Siemon

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