Vorwurf der Vergewaltigung hatte keinen Bestand

Strafe wegen Nötigung einer Prostituierten

Kassel. Der Vorwurf an einen 33-jährigen Mann aus dem Altkreis Melsungen, im Mai 2012 in einem Bordell an der Leipziger Straße in Kassel eine Prostituierte vergewaltigt zu haben, hatte keinen Bestand.

Wegen Nötigung wurde der Mann vom Landgericht zu einer Geldstrafe von 500 Euro verurteilt. Zahlt der Beschuldigte diese Summe innerhalb einer vorgegebenen Frist an die „Kasseler Hilfe“, ist das Verfahren damit beendet.

Am ersten Verhandlungstag hatte das 31-jährige Opfer als Zeugin vor der 5. Strafkammer ausgesagt. Den Angeklagten erkannte sie dabei nicht als ihren Peiniger wieder.

Die Aussagen der Brasilianerin, die zur Verhandlung aus Spanien angereist war und die seit 2011 als Prostituierte arbeitet, blieben für die Kammer so widersprüchlich, dass Vorsitzender Richter Dr. Kolter bereits nach dem ersten Verhandlungstag den Hinweis gab, dass anstelle einer Verurteilung wegen Vergewaltigung auch eine wegen Nötigung in Betracht komme.

So kam es dann auch bei der Fortsetzung am Montag. Plädoyers mussten daher nicht mehr gehalten werden.

Der Angeklagte hatte den Vorwurf der Vergewaltigung zurückgewiesen. Er habe keine Gewalt angewendet und wegen Erektionsproblemen auch keinen Geschlechtsverkehr vollziehen können.

Er räumte aber ein, der Frau gewaltsam einen Ring vom Finger gezogen zu haben. Den habe er für einen Ehering gehalten und für seine Erektionsprobleme verantwortlich gemacht. Tatsächlich, so die Zeugin, sei es aber ein Erinnerungsring an ihre verstorbene Schwester gewesen.

Sichtbare Verletzungen hatte die Frau in der Mainacht vor drei Jahren nicht davongetragen. Auf eine in derartigen Fällen sonst obligatorische gynäkologische Untersuchung, die den Vergewaltigungsvorwurf hätte belegen können, hatten die als Zeugen gehörten Polizeibeamten damals verzichtet, weil die Frau vor dem Übergriff durch den Angeklagten bereits vier Freier gehabt habe.

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