Weniger Fälle, die Angst machen

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Straftaten in Stadt und Landkreis Kassel sind gesunken.

Kassel. Es gibt Straftaten, die machen den Menschen besonders Angst. Dazu gehört neben Einbrüchen in das Eigenheim auch die Straßenkriminalität. Aus diesem Grund ist Nordhessens Polizeipräsident Wilfried Henning besonders erfreut darüber, dass es im vergangenen Jahr einen Rückgang bei der Straßenkriminalität gegeben hat.

In der Stadt Kassel wurden 3433 Fälle angezeigt, das sind 507 (12,9 Prozent) weniger als im Jahr 2008. Im Landkreis sei ein Rückgang um 207 (13,1 Prozent) auf 1372 Fälle zu verzeichnen.

Zahlen:

Nicht alles, was die Polizei macht, schlägt sich in der Kriminalstatistik nieder.
Beispiele:
• 18 900 von der Polizei aufgenommene Verkehrsunfälle
• 894 Vermisstenfälle
• 27 579 Stunden Fußstreifen
• rund 250 000 Notrufe
• 260 Verhaltensberatungen mit rund 6000 teilnehmenden Personen
• 14 900 überprüfte Fahrzeuge im gewerblichen Güter- und Personenfernverkehr
• 17 971 Stunden Fußstreifen mit Diensthund
• 379 Beratungstermine im Polizeiladen
• 350 überprüfte Gefahrguttransporte,
• 950 bearbeitete Leichensachen (Fälle, in denen die Kripo zur Leichenschau gerufen wird). (use)

Handtaschenraube, bei denen meist ältere Frauen zum Opfer werden, sind besonders gefürchtet. Henning ist froh, dass es im vergangenen Jahr nur 33 solcher Delikte in Kassel gab. Im Jahr 2008 waren es noch 40. Der Leitende Kriminaldirektor Norbert Berndt führt diesen Rückgang insbesondere auf die Präsenz der Polizei auf den Straßen zurück. Allerdings hat die Anzahl der Wohnungseinbrüche in Kassel wieder zugenommen. 2008 waren es 307, im vergangenen Jahr wurde die Polizei zu 380 Einbrüchen gerufen. Dennoch sieht Henning diese Zahl nicht als besorgniserregend an. Er erinnert an das Jahr 1995, als in der Stadt Kassel allein 1385 Wohnungseinbrüche zu beklagen waren.

Bei den Wohnungseinbrüchen dürfe allerdings nicht vergessen werden, dass es sich bei rund 40 Prozent um gescheiterte Versuche handele, sagt Kriminaldirektor Gerald Hoffmann, Chef der Kriminaldirektion. Fast die Hälfte der Einbrüche scheitere, weil sich viele Menschen bei der Polizei über die Sicherung ihrer eigenen vier Wände informierten.

Präventionsarbeit und Präsenz der Polizei habe auch zu einer Abnahme der einfachen Diebstähle geführt, sagt Berndt. So werde beispielsweise jeder Trickdiebstahl, insbesondere die Enkeltricks, sofort mit Verhaltenstipps der Polizei publik gemacht, um andere potenzielle Opfer zu warnen. Auch die Polizeipräsenz auf Volksfesten, Veranstaltungen und zum Beispiel auf dem Kasseler Weihnachtsmarkt habe sicherlich zum Rückgang der einfachen Diebstähle geführt.

Wichtig bei der Kriminalitätsbekämpfung sei auch, dass die Menschen „zu ihrer Polizei stehen, sie unterstützen und Gewalt gegen Polizeibeamte konsequent geächtet“ werde, fordert Hennig. Der Respekt gegenüber Mitmenschen sei gesunken. „Dies spüren auch meine Kolleginnen und Kollegen bei ihrer Arbeit auf der Straße jeden Tag“, sagt der Polizeichef.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

Link: Die gesamte Statistik

Artikel: Die Gegenwehr der Opfer wächst

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