Im Schienennetz nach Baunatal werden bis Dezember Signale per Hand bedient

Linie 5 ständig mit Verspätungen

Warten auf die Linie 5: Fahrgäste kritisieren, dass die Bahn nach Baunatal verhältnismäßig oft zu spät kommt. Foto:  Zgoll

Kassel/Baunatal. Weil die Straßenbahn ständig Verspätung habe und sie deshalb regelmäßig zu spät zur Arbeit komme, will sich Manuela Hempel jetzt ein Auto kaufen. Die 26-jährige Studentin aus Kassel macht derzeit ein Praktikum im VW-Werk in Baunatal.

Dorthin kommt sie bislang mit der Straßenbahnlinie 5. „Meistens kommt die Bahn zehn Minuten zu spät, aber ich musste auch schon eine halbe Stunde bis eine Stunde warten“, sagt Hempel. Zwar habe sie flexible Arbeitszeiten, aber auch feste Termine, die sie im Praktikum einhalten müsse. „Die Kollegen glauben mir doch nicht mehr, wenn ich jedes Mal erzähle, dass meine Bahn Verspätung hatte.“

Bei der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) verweist man auf die Hessische Landesbahn (HLB), die für das Schienennetz verantwortlich ist. Da seit Sommer dieses Jahres die Fahrdienstleiter per Hand die Signale anfordern müssten, käme es auf dieser Strecke vermehrt zu Verspätungen, sagt Ingo Pijanka, Sprecher der KVG.

Wolfgang Sprenger, Betriebstleiter bei der HLB und der Regionalbahn, spricht von „marginalen Verspätungen“ auf der Linie 5. Grund dafür sei die Änderung der Eisen-Bahnbau- und Betriebsordnung im Juli 2012. Seitdem sei es Vorschrift, dass auf allen Strecken, auf denen Personen befördert werden, so genannte Zugbeeinflussungsanlagen eingebaut werden müssen. Wenn ein Fahrer über ein rotes Signal fahre, gebe es einen automatischen Zwangshalt, erklärt Sprenger.

Und diese Anlage müsse auf dem Streckennetz in Baunatal noch nachgerüstet werden. Bis Mitte Dezember dieses Jahres sollen entsprechende Magnete an die Signale installiert werden.

Um den Sicherheitsanforderungen gerecht zu werden, verlaufe der Eisenbahnbetrieb in Baunatal bis dahin nicht mehr über den sogenannten Selbststellbetrieb, bei dem der Fahrer nur ein Anforderungstaste drücken muss, um die Signale zu bekommen. Stattdessen müssten die Fahrdienstleiter im Stellwerk die Signale solange per Hand anfordern. Das habe zur Folge, dass es auf der Strecke der Linie 5 zu vereinzelten Verspätungen kommen könne, sagt Sprenger.

Verspätungen von einer halben Stunde oder mehr, wie sie von der Studentin beschrieben worden sind, müssten andere Ursachen, wie zum Beispiel Unfälle, haben.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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