Straßenbahn soll Ende August wieder durch Goethe- und Germaniastraße fahren

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Großbaustelle: Fußgänger werden in der Goethestraße über die Schienen geführt, die dort zum Teil schon liegen.

Kassel. Die ersten Schienen liegen: Ab Montag, 27. August, soll die Straßenbahn wieder durch Goethe- und Germaniastraße rollen. Für den Autoverkehr wird es dann zwar noch Einschränkungen geben, die Fahrt von der Friedrich-Ebert-Straße zur Wilhelmshöher Allee soll aber wieder möglich sein.

Noch ist der Straßenzug Großbaustelle und nur teilweise befahrbar. Rund 60 Gleisbauer, Tiefbauer und Fahrleitungsbauer sind dort im Einsatz. Neun Wochen nach dem Start liegen die Arbeiten im Zeitplan. „Wir wollen die Bauzeit so gering wie möglich halten“, sagt Thomas Kröger, Projektleiter der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG).

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Damit das gelingt, habe man im Vorfeld verschiedene Szenarien durchgespielt. 7300 Quadratmeter Fahrbahn und die kompletten Gleisanlagen müssen auf einer Strecke von 800 Metern zwischen den Einmündungen Herkules- und Westerburgstraße neu geschaffen werden. Dazu gehören Fahrleitungen und Bordsteine. Zurzeit werden die Schienen verlegt, die stadteinwärts führen. Die Arbeiter sind sechs Tage die Woche im Einsatz.

Thomas Kröger

Probleme bereitet dem Bauteam der knappe Lagerplatz. Dies sowie die Bedürfnisse der Anwohner und Geschäftsleute im dicht besiedelten Vorderen Westen unter einen Hut zu bringen, sei nicht einfach, sagt Kröger. Bei den Vorbereitungen sei man auch auf eine 36 Meter lange und vier Meter tiefe Wasserzisterne in Höhe des Restaurants Boccaccio gestoßen, die früher als Löschwasserreservoir diente. Außerdem wurden 30 Verdachtspunkte auf mögliche Blindgänger untersucht.

Wenn die Gleisbauer fertig sind, rücken die Straßenbauer an. Sie kommen von denselben Firmen (Riede, Rohde, Reise und Hermanns), die den Gleisbau erledigen und sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen haben. Das soll einen nahtlosen Übergang gewährleisten.

In diesem Jahr wird die Südseite der Goethestraße mit dem ehemaligen Finanzamt umgebaut. Die Promenade auf der Nordseite (Boccaccio, Ulenspiegel, Chacal) kommt im nächsten Jahr an die Reihe. 2011 wurden in dem Straßenzug bereits neue Gas-, Wasser- und Stromleitungen sowie Kanäle verlegt. Gesamtkosten des Umbaus: 11,5 Millionen Euro. Der Anteil der KVG liegt bei 2,2 Mio. Euro.

Künftig wird die Straßenbahn an 30 Meter langen, niederflurgerechten Haltestellen in der Goethestraße stoppen, die mit elektronischen Fahrplananzeigen ausgestattet werden. Für Blinde und sehbehinderte Menschen gibt es eine Sprachansage. Die Bushaltestellen an der Goethestraße / Ecke Olgastraße werden ebenfalls barrierefrei ausgebaut. Foto: Dilling/nh

Von Ellen Schwaab

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