Aktivisten fordern neue Namen für „Lüderitzstraße“ und „Wißmannstraße“ in Afrikasiedlung

Straßenschilder in Kassel beschmiert - Protest gegen Kolonialherren

Aktivisten kämpfen für Umbenennung von Straßen: Dieser Schriftzug wurde vor der Parteizentrale der SPD in der Humboldstraße hinterlassen.
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Aktivisten kämpfen für Umbenennung von Straßen: Dieser Schriftzug wurde vor der Parteizentrale der SPD in der Humboldstraße hinterlassen.

Die Straßennamensschilder der „Lüderitzstraße“ und der „Wißmannstraße“ sind am Sonntag in der Afrikasiedlung m Stadtteil Forstfeld mit Farbe besprüht beziehungsweise gestohlen worden. Außerdem brachten die unbekannten Täter dort zusätzlich Schilder mit anderen Straßennamen an.

Kassel - Später am Abend fanden sich vor mehreren Büros verschiedener Parteien in Kassel zudem Schriftzüge auf dem Gehweg, die sich auf die beiden Straßennamen und deren Verbindung zur Kolonialzeit beziehen sowie deren Umbenennung fordern, teilt Polizeisprecher Matthias Mänz mit. Die Polizei ermittelt nun wegen Sachbeschädigung und Diebstahls.

Die Straßennamensschilder der „Lüderitzstraße“ und der „Wißmannstraße“ seien vermutlich gegen 16.30 Uhr entwendet beziehungsweise beschmiert worden. Ein Zeuge hatte aus der Ferne mehrere dunkel gekleidete Personen beobachtet, die sich an den Schildern zu schaffen machten und schließlich flüchteten.

Am späten Sonntagabend gegen 23.30 Uhr seien dann die Schriftzüge in schwarzer Farbe vor Parteibüros in der Humboldstraße, der Schillerstraße, der Sickingenstraße und der Heinrich-Plett-Straße entdeckt worden. Inhaltlich wird darin Bezug auf die Straßennamen im Stadtteil Forstfeld genommen, weshalb von einem Zusammenhang der Aktionen ausgegangen werden könne.

Schon im vergangenen Sommer hatten Aktivisten, die in Kassel auf koloniale Verbrechen aufmerksam machen wollen, die Schilder der Wissmann- und Lüderitzstraße durch Namen von afrikanischen Widerstandskämpfern ersetzt.

Auch Historiker kritisieren die Ehre für die Kolonialherren. Hermann von Wissmann wird für schwere Kolonialverbrechen in Ostafrika verantwortlich gemacht. Adolf Lüderitz habe als Großgrundbesitzer die Menschen als billige Arbeitskräfte ausgebeutet, um Profit zu machen, argumentieren die Aktivisten. Hinweise an die Polizei unter Tel. 05 61/9100. (use)

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