Stadt hat Ausweitung des Sperrbezirks beantragt

Straßenstrich in Kassel soll verkleinert werden

Kassel. Der Sperrbezirk, also das Gebiet, in dem Prostitution verboten ist, soll in Kassel ausgeweitet werden. Gründe gibt es dafür mehrere.

Der Magistrat hat einen entsprechenden Beschluss gefasst und die Umsetzung beim Regierungspräsidium beantragt, sagt Lothar Pflüger vom Ordnungsamt auf Anfrage der HNA.

Konkret gehe es um den Straßenstrich auf der Wolfhager Straße, der verkürzt werden soll. Auf dem Abschnitt zwischen Erzberger Straße und der Reuterstraße sollen Prostituierte künftig nicht mehr ihre Dienste anbieten dürfen. Hintergrund sei auch der Wunsch von Anwohnern, das Quartier aufzuwerten. In den vergangenen Jahren habe es zudem einen Trend zur Wohnungsprostitution gegeben, sagt Pflüger. Das habe auch zur Folge, dass immer weniger Sexarbeiterinnen ihre Dienste auf dem legalen Straßenstrich der Wolfhager Straße anböten.

Das sieht man bei der Polizei genauso. Aus diesem Grund spreche nichts dagegen, den legalen Straßenstrich zu verkürzen, sagt Jörg Kruse, Leiter des Kommissariats für Sittendelikte. Viel größer sei nach wie vor das Problem, dass man mit der illegalen Prostitution rund um die Hauptpost an der Jäger- und Gießbergstraße habe. Dort seien regelmäßige Kontrollen erforderlich.

Kruse sieht allerdings ein Problem, wenn der legale Straßenstrich verkürzt wird. Dann könnten die Prostituierten, die in Bordellbetrieben an der Wolfhager Straße 61 und 71 leben, sich nicht mehr direkt vor ihre Tür stellen, sondern müssten 300 Meter laufen, um ihre Dienste anzubieten. Wenn sie auf dem Weg dorthin zu einem Freier ins Auto einstiegen, sei das künftig illegal.

Wie die Stadt Kasel Kontrollen in dem erweiterten Sperrbezirk gewährleisten wolle, diese Frage stellt sich auch die Kasseler CDU. Grundsätzlich unterstütze man aber die Pläne des Magistrats, so der Stadtverordnete Stefan Kortmann.

In der gedruckten Ausgabe am Mittwoch lesen Sie außerdem:

- Nur ein Zipfel bleibt übrig - Das Regierungspräsidium muss über neuen Zuschnitt des Sperrbezirks entscheiden

- Schutz für Berufsschüler - Leiter der Schulen an der Schillerstraße: Verbote müssen durchgesetzt werden

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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