Bahn überraschte mit Notfahrplan

Lokführerstreik: 40 Fernzüge fielen in Kassel aus - Kein Chaos im Bahnhof

Kassel. Der Bahnstreik hatte am Mittwoch auch in Kassel erhebliche Auswirkungen: Auf der Kasseler Strecke fielen mindestens 40 Fernverbindungen aus. Die genaue Zahl konnte die Bahn am frühen Mittwochabend nicht sagen. Ab Streikbeginn kamen immer neue Ausfälle dazu.

Viele Fahrgäste, die am Vormittag mit dem Zug reisen wollten, waren überrascht, dass ein großer Teil der Verbindungen bereits ausfiel. Denn schon vor Streikbeginn um 14 Uhr war ein eingeschränkter Notfahrplan der Bahn in Kraft getreten. Die Bahn hatte darüber zwar informiert, doch viele Fahrgäste hatten nicht damit gerechnet, dass bereits vor Streikbeginn die Züge nicht mehr nach dem normalen Fahrplan fahren. Der Ersatzfahrplan sei nötig gewesen, um zu verhindern, dass Züge durch außerplanmäßiges Abstellen auf Zwischenhalten nicht für den Betriebsstart am Donnerstagmorgen zur Verfügung stehen, erläutert ein Bahnsprecher. Ziel sei es, die Fahrgäste nach dem Ersatzfahrplan verlässlich zu transportieren und ab Donnerstagmorgen wieder früh ein normales Betriebsprogramm zu gewährleisten.

Der Ortsgruppenvorsitzende der Gewerkschaft der Lokomotivführer in Kassel, Thomas Hupfeld, indes bezeichnet das Einsetzen des Notfahrplans lange vor Streikbeginn als „unredlich“. Zwei Drittel aller Fernverkehrszüge seien mit Hinweis auf den Streik von der Bahn herausgenommen worden. Darunter beispielsweise ein morgendlicher ICE von Kassel nach Berlin, den man mit voller Personalbesetzung aber ohne Fahrgäste habe fahren lassen.

Am Nachmittag war es auf dem IC-Bahnhof relativ ruhig, die meisten Bahnkunden hatten sich offenbar auf den Streik eingestellt. „Es fahren ja Züge, zur Not muss man umsteigen“, sagten die eigens eingesetzten Service-Mitarbeiter Wolfgang Schüssler und Frank Reinhardt. Einen 29-Jährigen, der um 7 Uhr in Trier aufgebrochen war, traf es dennoch hart. Sein Ziel Leipzig hat er gestern wohl nicht mehr erreicht. (hei)

Rubriklistenbild: © dpa

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