Am Donnerstag geht es los

24-Stunden-Streik bei Mercedes, Rheinmetall, Bombardier und Senior Flexonics

Die IG Metall macht ernst: Sie ruft ihre Mitglieder auch in Kassel und Nordhessen auf, ab Donnerstag in 24-stündige Warnstreiks zu treten.

Es sind die ersten ganztägigen Warnstreiks in der bundesrepublikanischen Tarifgeschichte und die ersten Arbeitsniederlegungen in den alten Ländern seit 1984. Damals setzte die Gewerkschaft die 35-Stunden-Woche durch.

Den Auftakt machen am Donnerstagmorgen die Beschäftigten der beiden Rheinmetall-Werke, Bombardier und Senior Flexonics. Die Mercedes-Benz-Werker treten am Abend mit Beginn der Nachschicht um 22 Uhr in den Ausstand. Bei Daimler haben unlängst 98 Prozent der Beschäftigten für Arbeitskampfmaßnahmen gestimmt – 1984 taten dies „nur“ 92 Prozent.

Die Streikbereitschaft ist überall groß und der Organisationsgrad der IG Metall in den Betrieben mit 70 bis 86 Prozent traditionell hoch, sodass mit einer starken Teilnahme zu rechnen ist. Als Streikzentrale dient ein großes Zelt an der Wiener Straße oberhalb der Gärtnerei Siebrecht.

Ziel: Absenkung der Wochenarbeitszeit

Große Streikbereitschaft zeigten während der jeweils ein- bis zweistündigen Warnstreiks der vergangenen Wochen auch die Beschäftigten von Krauss-Maffei Wegmann, der Henschel-Betriebe im Industriepark Werk Mittelfeld, von Bode-Tür, General Electric und Arvos Schmidtsche Schack sowie weitere Betriebe in Calden und dem Kreis Waldeck-Frankenberg. Insgesamt waren in Kassel und Nordhessen über 10.000 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie auf den Straßen.

Knackpunkt der bislang ergebnislosen Tarifverhandlungen ist der von der IG Metall geforderte Anspruch auf befristete Absenkung der Wochenarbeitszeit auf bis zu 28 Stunden bei Teillohnausgleich für bestimmte Gruppen. So sollen Beschäftigte, die Kinder erziehen oder Angehörige pflegen, monatlich 200 Euro, Schichtarbeiter jährlich 750 Euro erhalten, was die Arbeitgeber strikt ablehnen.

Rubriklistenbild: © dpa-avis/Carsten Rehder/Archiv

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