Landgericht: 26-Jähriger soll mit einer Pistole auf zwei Männer gefeuert haben

Streit Auslöser für Schießerei ?

Kassel. Im Juni 2010 hatte es eine Schießerei auf dem Parkplatz des Penny-Marktes in der Nordstadt gegeben. Dabei war ein damals 27-Jähriger leicht verletzt worden. Der mutmaßliche Täter sitzt seit Montag auf der Anklagebank des Landgerichts, dort schwieg der 26-Jährige. Sein Anwalt Nikolaus Krebsbach-Noske sagte, sein Mandant habe „keine Erinnerung“ an den Vorfall.

Laut Anklage soll der 26-Jährige an jenem Abend aus einer Selbstladepistole mehrmals auf den 27-Jährigen, der in seinem Auto saß, geschossen haben. Der 27-Jährige soll daraufhin mit seinem Wagen auf den Schützen zugefahren sein, der zu Boden stürzte, seine Waffe fiel ihm dabei aus der Hand. Wenig später soll er erneut auf den Mann im Auto geschossen und ihn dann auch getroffen haben, der Durchschuss am linken Oberschenkel war laut Staatsanwaltschaft jedoch nicht lebensbedrohlich. Er selbst tritt als Nebenkläger auf, sagte aber am ersten Prozesstag noch nicht als Zeuge aus.

Auslöser für die Tat soll eine Auseinandersetzung in der Diskothek A 7 gewesen sein. Jedenfalls berichtete der 31-jährige Bruder des verletzten Mannes, dass er 14 Tage zuvor als Türsteher in der Disko in einen Streit mit dem Angeklagten verwickelt gewesen sei. Der habe dort zunächst Hausverbot gehabt, weil er mit Drogen gehandelt habe, später sei er doch wieder eingelassen worden. An einem Abend habe er eine Besucherin angreifen wollen, und um das Mädchen zu schützen, habe der Türsteher, wie er am Montag berichtete, dem Angreifer „eine gegeben“.

Daraufhin habe der Angeklagte gedroht: „Du wirst schon sehen, was du davon hast, ich weiß, wo deine Familie wohnt.“

Der Türsteher war am Tattag mit seiner schwangeren Frau und seinem kleinen Sohn im Penny-Markt am Struthbachweg einkaufen. Schon beim Eintreten soll er den Angeklagten entdeckt und seinen Bruder per Handy gewarnt haben. Der wartete mit einem Freund im Auto auf dem Parkplatz. „Da waren Schüsse zu hören.“ Als der 31-Jährige nach draußen ging und den Schützen verfolgte, soll auch auf ihn geschossen worden sein.

Die Brüder rannten dem fliehenden Angeklagten hinterher, holten ihn ein und schlugen ihn – unter anderem mit einem Teleskopschlagstock – zusammen, so steht es in der Anklage und so bestätigte es der 31-Jährige am Montag. Deswegen läuft gegen die beiden ein separates Verfahren wegen Körperverletzung.

Für den Prozess um die Schießerei auf dem Parkplatz sind noch diverse weitere Termine bis Ende April geplant, am 5. April soll die Verhandlung fortgesetzt werden. (pas)

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