Wer hatte die Idee?

Ur Casseler Actienbier: Neue Runde im Streit

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Träumt davon, das neue Bier auf den Markt zu bringen: Karl-Heinz Kentel aus Bad Wildungen behauptet, dass er die Idee für Ur Casseler Actienbier hatte.

Kassel. Das Bier ist noch gar nicht auf dem Markt, dennoch sorgt es für Ärger und Strafanzeigen. „Ur Casseler Actienbier“ ist der Name einer neuen Marke, die ab Mai in Kassel verkauft werden sollte.

Die Kasseler Gastronomen Peter Hochhuth und Sven Gabriel sowie Peter Braun, der frühere Gastronomie-Verantwortliche für die Martini-Brauerei, wollen es vertreiben (wir berichteten).

Aber es gibt Widerstand gegen das Vorhaben: Die Einbecker Brauerei hat Widerspruch gegen die Markeneintragung von „Ur Casseler Actienbier“ eingelegt. Zudem behauptet Karl-Heinz Kentel aus Bad Wildungen, dass er die Idee für das neue Bier hatte und diese ihm von Hochhuth, Gabriel und Braun gestohlen worden sei.

Er sei auch am Telefon bedroht worden, sagt Kentel. Staatsanwalt Dr. Götz Wied bestätigt, dass Kentel eine Strafanzeige wegen Bedrohung erstattet hat.

Der 62-jährige Kentel, der bereits einmal ein Kellerwald- und ein Bosporusbier auf den Markt gebracht hat, erzählt, dass er im Sommer vergangenen Jahres die Idee für das neue Bier gehabt habe. Damals habe er Partner gesucht und deshalb den Gastronomen Gabriel angesprochen.

Auf diese Weise seien auch noch Hochhuth und Braun hinzugekommen. Hochhuth dementiert diese Darstellung. Er habe die Idee für die Marke gehabt, dafür gebe es mehrere Zeugen. Zudem habe er die alleinige Lizenz für das Landgrafenschloss-Gemälde des Malers Ernst Metz erworben. Das Bild soll das Etikett des neuen Bieres zieren.

Hochhuth wirft Kentel auch Betrug vor. Man sei gemeinsam bei einem Patentanwalt in Kassel gewesen, um die Marke anzumelden. Kentel habe verschwiegen, dass er die Marke bereits zehn Tage zuvor hinter seinem Rücken auf sich angemeldet habe.

Der Mann aus Bad Wildungen hatte bereits am 11. Dezember 2012 beim Deutschen Patent- und Markenamt den Namen „Ur Casseler Actienbier: Premium Pils“ als Wort- und Bildmarke angemeldet. Hochhuth meldete den Namen „Marke Ur Casseler Actienbier Premium Pils“ am 18. Januar dieses Jahres an.

Mittlerweile ist die Marke auf seinen Namen eintragen, die Widerspruchsfrist dagegen läuft noch, heißt es auf der entsprechenden Internetseite beim Deutschen Patent- und Markenamt.

Hochhuth und seine Geschäftspartner möchten das mild-würzige Bier, das nach einem Rezept aus dem Jahr 1854 in einem Lohnbrauverfahren hergestellt werden soll, ab Mai verkaufen. In Kisten und Fässern. Das will Kontrahent Kentel auch, aber mit neuen Partnern.

Seine einstigen Geschäftspartner haben Kentel mittlerweile auch angezeigt. Laut Polizei wurde am 8. März beim Revier Ost eine Gegenanzeige wegen Verleumdung erstattet. Kentel soll einer Brauerei in Holzminden in einer E-Mail mitgeteilt haben, dass gegen seine drei Expartner aus Kassel angeblich ein Strafverfahren wegen Morddrohungen laufe.

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