Verkaufte Mitarbeiter Adressen?

Streit um Datendiebstahl unter Kasseler Fitnessstudios

Kassel. Als ein Opfer von Datendiebstahl sieht sich das Fitnessstudio Balance (früher Wellness-Resort) in der Kurfürstengalerie. Kunden des Studios wunderten sich in den vergangenen Tagen, als sie ihre Post öffneten.

Sie erhielten einen Brief (liegt der HNA vor) vom Konkurrenten City Fit, der den Kunden des Wellness-Resorts (Balance) anbietet, einen Monat kostenlos bei ihm zu trainieren.

„Es ist ein Skandal. Ich bin hochgradig entsetzt“, sagt Jürgen Beute, Inhaber des Studios Balance. Denn laut Beute verbreitet der Mitbewerber in dem Brief zudem Unwahrheiten.

David Grünberger, Geschäftsführer des Studios City Fit, bestätigt, dass der Brief existiert. Das Angebot ausschließlich für Kunden des Mitbewerbers gebe es nun allerdings nicht mehr. Weitere Angaben wollte Grünberger auf HNA-Anfrage nicht machen, da es sich um eine laufende rechtliche Auseinandersetzung handele.

Beute hat, genau wie Grünberger, einen Anwalt eingeschaltet. Mehr als 50 verunsicherte Kunden meldeten sich zuletzt im Balance. Viele sind verärgert und stellen die Frage, wie City Fit an ihre Namen und Adressen gekommen ist. Jürgen Beute: „Ich vermute, dass ein ehemaliger Mitarbeiter sich die Daten illegal gezogen und weiterverkauft hat.“

Im Brief ist die Rede davon, dass das Wellness-Resort (Balance) Ende des Monats seine Pforten schließe und „dass eine eher unwahrscheinliche Aussicht besteht, dass das Wellness-Resort den Betrieb irgendwann an einer unvergleichlich schlechteren Location, und zwar in der ehemaligen Bowling- und Kegelarena Auepark, wieder aufnimmt“. Und weiter heißt es: „Jedenfalls ist davon auszugehen, dass Sie, was Fitness und Wellness anbelangt, zumindest vorübergehend obdachlos werden (...)“

Fakt ist, dass Jürgen Beute mit seinem Studio seit dem 27. Juni in die ehemalige Bowling- und Kegelarena Damaschkestraße 11 umzieht. Ab dem heutigen Montag, 1. Juli, sollen die Kunden in neuer Umgebung trainieren können. Der Umbau dauere etwa drei Monate, bis dahin gebe es Übergangslösungen, sagt Geschäftsführer Beute. Er ist verärgert, dass seine Kunden durch den Brief zusätzlich verunsichert wurden. Der Umzug führe schon zu genügend Irritationen.

Das Gebäude an der Damaschkestraße gebe dem Studio die Möglichkeit, ein besseres Angebot zu unterbreiten. Daher habe er sich für den Auszug aus der Kurfürstengalerie entschieden. Den neuen Standort würden weiterhin die Tänzer und Kegler nutzen. Die Kurfürstengalerie hat mit Balance einen wichtigen Mieter verloren. Interessenten für die Räume soll es geben. „Wir sind in Verhandlungen“, sagt Jörg Meiners, Manager der Kurfürstengalerie. Wer an der Fläche interessiert ist, verrät er noch nicht.

Von Manuel Kopp

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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