Spaziergänger verständigten Veterinäramt

Streit um einsamen Esel: Spaziergänger bemängeln schlechte Versorgung

Auflagen für den Besitzer: Der Esel auf dem Gelände oberhalb der Elena-Klinik ist krank, das Veterinäramt wird weiterhin kontrollieren. Foto: Socher

Harleshausen. Ein Fall von Tierquälerei? Der Esel, der auf der Weide oberhalb der Elena-Klinik an der Straße Im Lückenrod steht, humpelt, hat offensichtlich Schmerzen und kann, so beschreiben es viele Spaziergänger in Harleshausen, die rund 20 Meter entfernte Futterkrippe nicht mehr erreichen.

Im Unterstand sei kein Stroh, das Wasser zum Trinken sei gefroren. „Ein Skandal“, empört sich Veronica Kraneis. Sie gehört zu den vielen Anwohnern, die regelmäßig nach dem Tier schauen und sich über die ihrer Meinung nach „falsche Haltung und mangelhafte Versorgung“ aufregen. Als Herdentier brauche der Esel einen Gesellen, sagt Kraneis.

Auch Nachbarin Dr. Christine Nagel kritisiert die Art der Tierhaltung. Sie vermutet Vernachlässigung als Ursache für das Hinken. Wenn der Besitzer den Esel nicht mehr wolle, sei er doch besser in der Eselherde der Sababurg aufgehoben, sagt Nagel.

Sie und Kraneis versuchen seit Jahren, wie sie sagen, durch persönliche Gespräche auf den Besitzer einzuwirken. „Alles ohne Erfolg“, sagt Kraneis. Anfang der Woche informierten Passanten das Veterinäramt, das sogleich aktiv wurde.

Amtstierarzt Dr. Heiko Purkl begutachtete den Esel. Er erklärte auf HNA-Anfrage, er habe dem Besitzer aufgetragen, den Esel sofort tierärztlich untersuchen zu lassen und seine Unterbringung zu verbessern. Ein Tierarzt werde also bald die genaue Diagnose stellen und eine Behandlung einleiten. Der Halter habe ihm gegenüber zugesagt, die Mängel sofort abzustellen, berichtet der Amtstierarzt. Purkl erklärt, dass dem Veterinäramt durch die Grenzen der Rechtslage nur „minimaler Tierschutz“ möglich sei. Das, was ihm als Amtstierarzt an Tierschutz möglich sei, werde er aber konsequent umsetzen. Ob und wie der Besitzer die Auflagen erfüllt, „werde ich zeitnah kontrollieren“, sagt Purkl.

Der Besitzer des 14 Jahre alten Esels Max bestätigt gegenüber der HNA, dass das Tier krank ist. Er habe jetzt reagiert. Der Tierarzt sei bestellt, um zu klären, ob zum Beispiel ein Geschwür, eine Zerrung oder eine Stoffwechselerkrankung vorliege, sagt er. Im Unterstand habe Max jetzt Stroh, für eisfreies Wasser und Bio-Heu werde er täglich sorgen, sagt der Besitzer. Die Futterkrippe könne Max trotz des Humpelns erreichen.

Weiter berichtet der Tierbesitzer, dass der 35 Jahre alte Esel Kurt, der bis zum Sommer mit Max zusammen auf der Weide stand, im September wegen Auszehrung und Hufgeschwüren eingeschläfert werden musste. Er suche jetzt für Max nach einem Beistelltier. Der Halter bittet darum, Esel Max nicht mehr zu füttern, da er fast überernährt sei. Das führe zu Stoffwechselstörungen und Hufproblemen.

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