Träger fordern mehr Geld von Stadt - Kämmerer legt Haushalt vor

Streit ums Geld: Freie Kitas in Kassel fürchten Abbau

Kassel. Montag hat Kassels Kämmerer Jürgen Barthel (SPD) den Haushaltsplan für 2012 vorgelegt. Eine vorher bekannt gewordene Zahl hat jedoch schon für Streit zwischen der Verwaltung und den Trägern der freien Kindertagesstätten geführt.

Die Betriebskostenzuschüsse für die Kitas sollen um eine Million Euro niedriger ausfallen, als zunächst gefordert. Die freien Träger protestieren: Die neue gesetzlich vorgegebene Ausstattung mit Personal sei ohne finanzielle Aufstockung nicht aufrechtzuerhalten. Folge sei eine Reduzierung des Kita-Angebotes der freien Träger, sagt Stadtdekanin Barbara Heinrich für die Kitas in evangelischer Trägerschaft voraus.

Die freien Träger, die 60 Prozent aller Angebote betreiben, fordern die gleichen finanziellen Bedingungen wie für kommunale Kitas. „Wir hoffen, dass das nur der Anfang der Vertragsverhandlungen war und es nicht dabei bleibt“, sagt Antje Proetel, Geschäftsführerin des Dachverbandes der freien Kitas (Dakits).

Aus dem am Montag vorgelegten Haushaltsplan geht hervor, dass die Stadt 2012 voraussichtlich knapp 71 Millionen Euro neue Schulden machen wird. Barthel erwartet zwar, dass sich der Fehlbetrag deutlich verringert. Angesichts der Krise an den Kapitalmärkten und der Unsicherheit über die konjunkturelle Entwicklung kann aber niemand wissen, wie viel Geld Kassel von Bund und Land bekommt und wie viel Gewerbesteuer in die Stadtkasse fließt. Im vergangenen Jahr war ein Minus von 72 Millionen Euro eingeplant worden, da die Gewerbesteuer besser floss als erwartet, belief sich die Neuverschuldung am Ende jedoch auf 13 Millionen Euro.

Weil die Einnahmeseite ausgereizt ist, müssen Kosten gesenkt werden - laut Barthel auch bei den Kindertagesstätten. Dass freie Träger und Kirchen für ihre Kindergärten mehr Geld wollen, sei zwar verständlich, sagt Barthel, es gebe aber kaum Spielraum. Deshalb müsse ein Kompromiss gefunden werden. (ach/bal)

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