CDU wollte Stadtteil-Modell auf den Rathaushof fahren, um Einlagerung zu erzwingen

Streit um Klein-Wolfsanger: Stadtteil-Modell soll eingelagert werden

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Hingucker beim Stadtteil-Jubiläum 2011: Das vier mal zwei Meter große Modell zeigt Wolfsanger um 1935 vor der Kriegszerstörung. Mit im Bild: Aloys Zumbrägel von der CDU im Stadtteil.

Wolfsanger. Eine vier mal zwei Meter große Modellszenerie von Alt-Wolfsanger ist zum Zankapfel zwischen der Stadtteil-CDU und dem Rathaus geworden.

Wolfsangers CDU-Vorsitzender Stefan Kortmann kritisiert: Die Stadt übernehme keine Verantwortung für das Exponat und riskiere dessen Beschädigung, obwohl es sich im Eigentum des Stadtmuseums befinde.

Das Modell zeigt Wolfsanger um 1935 vor der Kriegszerstörung, es war vor Jahren nach einer Spendeninitiative der CDU gebaut worden und später in den Museumsfundus gewandert. Von dort hatte es die Union im vergangenen Jahr geholt und stellte es als Beitrag zur 1200-Jahr-Feier Wolfsangers im früheren Café bei der Sparkasse an der Wolfsangerstraße aus.

Beim Fest haben sich laut Kortmann viele Einwohner gewünscht, dass das Modell einen dauerhaften Standort in Wolfsanger bekommt. Oberbürgermeister Bertram Hilgen habe dafür beim Jubiläum Unterstützung zugesagt, geschehen sei bis heute nichts.

Vor zwei Wochen nun sei Entscheidungsdruck eingetreten: Die Edeka, Eigentümerin des Gebäudes, habe den Abbau des 400 Kilogramm schweren Modells angemahnt, da das Ladenlokal nun anderweitig vermietet sei. Seither habe er „praktisch jeden Tag im Rathaus angerufen“, klagt Kortmann, und zwar bei Stadtbaurat Christof Nolda, der in Wolfsanger lebt und dort als Vorsitzender des Kulturfördervereins auch die Jubiläums-Aktivitäten koordiniert hat. Hilfe seitens der Stadt sei eineinhalb Wochen nicht gekommen, sagt der CDU-Stadtteilvorsitzende. Als schließlich Edeka mitgeteilt habe, das Modell müsse bis vergangenen Mittwochabend weg sein und werde andernfalls entsorgt, richtete Kortmann seinerseits ein Ultimatum an die Büros von Nolda und Hilgen: CDU-Leute aus Wolfsanger würden das Modell per Lkw auf den Rathaus-Innenhof fahren, wenn es nicht sogleich eine andere Lösung gebe. Das fruchtete offenbar: Man einigte sich, die Minilandschaft provisorisch im Salzmanngebäude unterzustellen.

Die CDU Wolfsanger hofft nun, dass es die Stadt ermöglicht, für das Modell einen dauerhaften Platz in der Grundschule des Stadtteils zu finden. Ob die Perspektiven dafür besser geworden sind, ist fraglich.

Christof Nolda ist durch die Vorgehensweise der Union offenbar gründlich vergrätzt. „Ich habe mich bisher stets dafür eingesetzt, dass wir einen Standort in Wolfsanger finden“, sagte er gegenüber der HNA. „ Aber wenn jetzt mit solchen Anfeindungen operiert wird, dann werde ich diese Bemühungen eben einstellen.“

Von Axel Schwarz

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