Ortsbeirat West diskutierte den geplanten Umbau der Friedrich-Ebert-Straße kontrovers

Streit um Tempo 30 und Radweg

Parkende Autos dicht an dicht: Auf der Nordseite der Friedrich-Ebert-Straße zwischen Karl-Marx- und Bebelplatz (links) nutzen Autofahrer die kleinste Lücke zum Parken. Der Ortsbeirat fordert, dass bei einem Umbau keine Einstellplätze wegfallen. Foto:  Dilling

Vorderer Westen. Nach der Entscheidung von Stadtbaurat Witte, im Zuge des Umbaus der Friedrich-Ebert-Straße zwischen Karl-Marx- und Bebelplatz die vorhandene Baumreihe an der Nordseite doch nicht zu fällen und die Gehwegbreite unverändert zu lassen, ist die Diskussion um das beste Umbaukonzept im Ortsbeirat West erneut aufgeflammt.

Ortsvorsteher Wolfgang Rudolph (SPD) wollte Eckpunkte zum Umbau, die einige Ortsbeiratsmitglieder mit Vertretern der Interessengemeinschaft Bebelplatz formuliert hatten, als Forderung an die Planer beschließen lassen. Der Ortsbeirat müsse sich neu positionieren und dürfe sich nicht von der weiteren Planung abkoppeln lassen, sagte Rudolph. Dieser Vorstoß war am Ende erfolgreich. Er stieß jedoch auf den Widerstand der CDU-Fraktion, die sich später bei der Abstimmung enthielt: „Das ist ein Beschluss, auf den niemand wartet“, sagte Dominique Kalb.

Es habe keinen Sinn, die Diskussion neu zu entfachen, nachdem die Planung nun festgezurrt sei, meinte Martina Pape (CDU). Der Ortsbeirat dürfe sich auch nicht vor den Karren der Interessengemeinschaft Bebelplatz spannen lassen.

Kalb griff speziell den in dem Papier formulierten Ruf nach einer Tempo-30-Zone an. „Das funktioniert einfach nicht“, sagte der CDU-Vertreter. Tempo 30 sei auf dieser Hauptverkehrsstraße „illusorisch und nicht realisierbar.“

Zwischen Karl-Marx-und Bebelplatz werde auch nicht gerast. Rudolph sieht das anders. Auf der Nordseite, in Richtung Bebelplatz, werde schon zu schnell gefahren. Am Ende einigte man sich darauf, die Planer sollten Bedingungen für „angemessene Fahrgeschwindigkeiten“ herstellen.

Auch die Frage, ob im Zuge des Umbaus ein Radweg angelegt werden soll, ist umstritten. Die Grüne Annegret Höhmann und Gudrun Gutt-Schmidt (CDU) plädierten dafür.

Andere Ortsbeiratsmitglieder hielten entgegen, mit einer intelligenten Fahrbahngestaltung könne ein Radweg verzichtbar sein. Am Ende einigte man sich auf die allgemeine Forderung nach einer Verbesserung der Radfahrsituation. (pdi)

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