Kritik an Vorgehen von SPD und CDU

Erweiterung von Friedrichsgymnasium und Wilhelmsgymnasium: Streit um Schulausbau in Kassel

Friedrichsgymnasium Kassel Außenansicht
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Soll erweitert werden: Das Friedrichsgymnasium in Kassel.

Mit dem Wilhelmsgymnasium und dem Friedrichsgymnasium sollen zwei Schulen in Kassel erweitert werden. Das hat die Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Das Vorgehen sorgt allerdings für Unmut.

Planen und umsetzen sollen dies die städtischen Unternehmenstöchter GWG Pro und Stadt Kassel Immobilien. Bereits im Vorfeld hatte der gemeinsame Antrag von SPD und CDU zu Diskussionen geführt und Unmut bei den anderen Fraktionen hervorgerufen. Der spiegelte sich auch während der Debatte am Montagabend in der Stadthalle wider.

Kritisiert wurde vor allem das Vorgehen. SPD und CDU hatten ihren Plan zunächst lediglich im Finanzausschuss präsentiert, nicht aber im Schulausschuss. Martina van den Hövel-Hanemann von den Grünen bezeichnete dies als Armutszeugnis. Sie fragte in Richtung von CDU und SPD: „Warum scheuen Sie eine fachliche Diskussion?“ Lutz Getzschmann, der Fraktionsvorsitzende der Linken, nannte den Antrag „provozierend einsilbig“. Er umfasst vier Zeilen. Für Matthias Nölke von der FDP ist er „ein Schuss aus der Hüfte“, für Sven Dreyer von der AfD in der Kürze einmalig.

Aber auch inhaltlich gab es Kritik. Bernd Hoppe von der Fraktion „Wir für Kassel“ hält es für erforderlich, dass „wir erst eine weitere Grundschule bauen“. Auch Linke und Grüne halten die Priorisierung für falsch.

Michael von Rüden, Fraktionsvorsitzender der CDU, und Patrick Hartmann, sein Kollege von der SPD, verteidigten ihren Antrag. Von Rüden begründete ihn mit dem Wunsch vieler Eltern, Lehrer und Schüler und mit dem Hinweis, dass auch in Kassel die Mehrheit der Eltern das Gymnasium als weiterführende Schule für ihre Kinder bevorzuge. Hartmann erklärte, man wolle den Gymnasien eine Chance geben, sich zu entwickeln.

Am Friedrichsgymnasium mit knapp 900 Schülern sind die Einwahlzahlen im vergangenen Jahr erstmals wieder gestiegen, am Wilhelmsgymnasium mit etwas mehr als 1150 Schülern sind sie traditionell sehr hoch. An beiden Schulen wird mit einem Wachstum gerechnet.

In namentlicher Abstimmung votierte letztlich eine Mehrheit von 36 Stadtverordneten für den Antrag. SPD und CDU haben gemeinsam gerade diese Anzahl an Sitzen. Zuvor hatten beide Fraktionen – ebenso wie die AfD und ein Mitglied der Fraktion aus FDP, Freien Wählern und Piraten – für den Neubau einer Feuer- und Rettungswache im Kasseler Osten gestimmt. (Florian Hagemann)

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