Sie ist für Ende April geplant

Streit um Waffenbörse: Stadt Kassel will Messe verbieten

Wolf Krey
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Wolf Krey

Die umstrittene Kasseler Waffenbörse könnte trotz des angestrebten Verbots der Stadt im Frühjahr wieder in den Messehallen stattfinden.

Kassel – Organisator Wolf Krey von der Firma Expo Management hat für das Wochenende vom 29. April bis 2. Mai eine Genehmigung beantragt, wie er der HNA sagte.

Die Stadt arbeitet derweil weiter an einem Verbot der Veranstaltung, die auch bei Rechtsradikalen beliebt ist. Nach dem Mord am Regierungspräsidenten Walter Lübcke durch einen Neonazi kam verstärkt Kritik an der Waffenbörse auf. Im September verabschiedeten die Stadtverordneten gegen die Stimmen von CDU, AfD und FDP einen Antrag der SPD der vorsieht, dass der Magistrat „alle rechtlichen Möglichkeiten zur Untersagung ergreift“.

Zum laufenden Verfahren will die Stadt nichts sagen. Ein Sprecher teilt lediglich mit, dass man beabsichtige, den Antrag für das Jahr 2021 und darüber hinaus abzulehnen: „Die Waffenbörse wird in Kassel damit nicht mehr durchgeführt werden.“

Für Veranstalter Krey wäre dies „blinder Aktionismus“, wie er sagt: „So werden alle Besucher unter Generalverdacht gestellt.“ Viele Sportschützen und auch Museen würden auf seiner Messe einkaufen. Für die Stadt wäre das Aus der größten deutschen Waffenbörse mit bis zu 20 000 Besuchern ein erheblicher Verlust. Krey weiß nicht, „ob man das den Kasseler Hoteliers und Gastronomen antun will“.

Für den SPD-Stadtverordneten Norbert Sprafke ist ein Verbot dagegen überfällig. Das Mitglied des Rechtsausschusses hat die Messe selbst zweimal besucht, um sich ein Bild zu machen. Sprafke hat festgestellt, dass man oft NPD-Kader treffe und der Bereich mit „Nazikitsch“ immer größer werde. Darum appelliert er auch an das Ehepaar Umbach, das die Messehallen betreibt, die Waffenbörse nicht mehr stattfinden zu lassen.

Ralf-U. Umbach ist sich bewusst, dass man in Kassel nach dem Lübcke-Mord eine besondere Verantwortung habe, wie er sagt. Er warnt aber auch vor den Folgen: „Ein Verbot würde dafür sorgen, dass Waffen künftig auf irgendwelchen Parkplätzen verkauft werden.“

Von Matthias Lohr

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