Streit um Wasserpreis: Städtische Werke wollen Abrechnung über Gebühr

Kassel. Der Streit um den angeblich zu hohen Wasserpreis in Kassel geht in eine neue Runde. „Ich sehe keine Chance, wie wir die Auflagen der hesssischen Kartellbehörde erfüllen können“, sagt Andreas Helbig, Vorstand der Städtischen Werke.

Die verlangt nach wie vor eine deutliche Preissenkung. Bisher gefordert waren 37 Prozent. Ein Zwei-Personenhaushalt mit einem durchschnittlichen Verbrauch müsste dann pro Jahr 70 Euro weniger zahlen.

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Dazu wird es vorausichtlich nicht kommen. Der Trick: Wenn das Wasser über eine Gebühr abgerechnet wird, bleiben die Kartellwächter außen vor. Die wollen offziell noch nichts von dieser neuen Wendung wissen. „Wir streben weiterhin eine freiwillige Vereinbarung an“, sagt Wolfgang Harms, Sprecher des zuständigen Wirtschaftsministeriums.

Das Ministerium versucht seit zehn Jahren, den Wasserpreis zu drücken. Nicht nur in Kassel, sondern unter anderem auch in Frankfurt, Wiesbaden und Wetzlar. Der Erfolg ist bislang bescheiden. In Wetzlar (geforderte Preissenkung 30 Prozent) wird seit Jahresbeginn das Wasser über eine Gebühr abgerechnet. Zum alten Preis.

Auch für Kassel zeichnet sich das ab. Am kommenden Mittwoch tagt der Aufsichtsrat der Städtischen Werke. Andreas Helbig wird dann die Details zur sogenannten Rekommunaliserung vorlegen.

Kämmerer Dr. Jürgen Barthel (SPD) bezeichnet das als eine Notlösung. Für die Kunden werde sich nichts ändern. Von dieser Seite habe er übrigens noch nie Kritik am Preis für das Kasseler Wasser gehört.

Bereits im Frühjahr 2012 könnte der Kasseler Entwässerungsbetrieb (KEB) die Abrechnung des Wasserverbrauchs zu übernehmen. Der würde als städtischer Eigenbetrieb eine Gebühr dafür erheben. „Juristisch ist das bereits geprüft“, sagt Andreas Helbig.

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