Bisheriger Lieferant fühlt sich ausgebootet

Streit um die Wurst: FAC-Events bewirtet nun im Auestadion

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Gehört für viele Fußballfans zum Stadionbesuch: eine Bratwurst. Unsere Fotomontage zeigt die neuen Verpflegungsstände hinter der Nordkurve im sanierten Auestadion.

Kassel. Nach zehn Jahren ist Schluss: Der Verkauf von Würstchen und Getränken im Auestadion liegt in der neuen Regionalliga-Saison nicht mehr in den Händen der Gaststättenbetriebe Ulrike Brede.

Für die Bewirtung der Zuschauer bei den Heimspielen des KSV Hessen Kassel ist ab sofort die Kasseler Firma FAC-Events und Verleih zuständig. KSV-Geschäftsführer Giuseppe Lepore bestätigte den Betreiberwechsel, wollte sich gegenüber der HNA jedoch nicht zu den Gründen äußern.

Das Aus sei „mehr als überraschend“ gekommen, berichtet Ulrike Brede. Über viele Jahre habe man sich mit der Baustellensituation arrangiert. Jetzt, wo das Stadion in neuem Glanz erstrahlt, gebe es kein Interesse mehr an einer Zusammenarbeit - die Wirtin ist enttäuscht.

Eine offizielle Ausschreibung hat es nach Angaben der Firma Brede nicht gegeben. Die mündlichen Verhandlungen habe der ehemalige Vorsitzende des KSV-Aufsichtsrats, Christian Kropf, geführt - auch noch, obwohl er seit Ende Mai nicht mehr dem Gremium angehört.

Zwar habe Kropf angedeutet, dass der langgediente Caterer bei den Verhandlungen „das letzte Wort“ habe. Doch auch das Nachbessern - Brede war nach eigenen Angaben bereit, die an den KSV abgeführte Pauschale von 71 Cent (inklusive Mehrwertsteuer) pro Zuschauer auf einen Euro zu erhöhen - habe nichts genützt: Vor zwei Wochen habe Kropf, Chef der Kurhessischen Getränke GmbH, mitgeteilt, dass Mitbewerber FAC ein höheres Gebot abgegeben habe.

Für den Gaststättenbetrieb Brede ist damit ein Geschäftszweig weggefallen. Den Umsatz aus Getränke- (200 Hektoliter) und Fleischverkauf (20 000 Würstchen) beziffert die Firma pro Saison mit etwa 150 000 Euro. Pro Spiel seien etwa 30 Verkäufer beschäftigt gewesen. Auch für sie sei nun ein Nebenerwerbsjob weggebrochen.

Erste Bewährungsprobe

Die neun fest am Auestadion installierten Verkaufsstände hat vor wenigen Tagen der neue Betreiber FAC übernommen. Am Sonntag, wenn der Kasseler Regionalligist im Pokal auf den Zweitliga-Verein Fortuna Düsseldorf trifft, steht FAC gleich die erste Bewährungsprobe ins Haus: 15 000 Zuschauer werden erwartet. Es sei ihm lieber gewesen, er hätte sich bei der Bewirtung von Serienspielen mit im Schnitt 4000 Fußballfans warmlaufen können, sagt Christian Schäling. Der FAC-Geschäftsführer bemängelt die seiner Ansicht nach geringe Anzahl der Verkaufskioske: „Im Ostbereich wurde komplett vergessen, Catering einzurichten.“ In der Halbzeitpause erlebten die vier hinter der Haupttribüne installierten Verkaufsstände daher einen enormen Ansturm. Wie sein Vorgänger wird auch Schäling zusätzliche mobile Stände bewirten.

Die Entscheidung, dass FAC den Zuschlag bekomme, sei „leider sehr spät“ gefallen, sagt Schäling. Das Problem noch fehlender Verkäufer habe er mit Personalpartnern gelöst. Etwa 100 Männer und Frauen seien am Sonntag im Einsatz.

Von Anja Berens

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