Strom fließt wohl durch die West-Trasse

Weiter Streit um Höchstspannungsleitung in der Region

Kassel. Der Streit um die geplante Höchstspannungsleitung zwischen Wahle (Kreis Peine) und Mecklar (Kreis Hersfeld-Rotenburg) geht in eine neue Runde.

Bei einem Erörterungstermin in Kassel machten Gemeinden und Bürgerinitiativen Einwände geltend. Grundsätzlich gegen die 380-Kilovolt-Trasse der Firma Tennet ist aber kaum jemand.

Die West-Trasse wird dabei immer wahrscheinlicher. Diese Variante führt von Niestetal (Kreis Kassel) über Guxhagen und weiter südlich über Morschen (beides Schwalm-Eder-Kreis) sowie Ludwigsau (Hersfeld-Rotenburg). Die Ost-Trasse wäre kürzer, würde aber durch Naturschutzgebiete führen. West- oder Ost-Trasse? Diese Entscheidung soll bis zum Herbst fallen, sagte Verfahrensführer Claus Schiffner vom Regierungspräsidium Kassel. Demnach soll 2015 mit dem Bau begonnen werden.

Viele der Anwesenden äußerten bei der Sitzung den Wunsch, dass die Stromleitungen unter die Erde gelegt werden. Ansonsten fürchten sie gesundheitliche sowie optische Beeinträchtigungen. Schiffner machte allerdings deutlich: Erdleitungen dürfen gesetzlich nur an Stellen gebaut werden, wo die Trasse näher als 400 Meter an der Wohnbebauung liegt.

Bei der Erörterung ging es außerdem um die Frage, an welchen Stellen vom geplanten Trassenverlauf abgewichen werden kann. Hierbei spiele eine Abwägung von menschlichen Interessen und Naturschutz eine Rolle, sagte Axel Schomberg von Tennet.

Manche Teilnehmer forderten, das Raumordnungsverfahren auszusetzen. Durch den angekündigten beschleunigten Atomausstieg müssten die Netze in Zukunft ganz anders aussehen. So werde wohl künftig mehr Energie vor Ort produziert.

Die geplante 380-Kilovolt-Trasse soll das Stromnetz engmaschiger machen. Sie soll laut Tennet die steigende Menge Windstrom in den Süden transportieren. ZUM TAGE, LOKALES

Von Philipp David Pries

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