Erhöhung der Städtischen Werke - Rentnerin Enne Lux: Sparen gelingt nicht

Strom wird wieder teurer

Auch die Nähmaschine braucht Strom: Enne Lux fertigt als Hobby bunte Taschen und Gürtel aus Stoff, Filz und Wolle. Doch selbst an diesem Fensterplatz braucht sie oft elektrisches Licht. Foto:  Heise-Thonicke

Kassel. Den Kunden der Städtischen Werke steht die nächste Strompreiserhöhung ins Haus: Ab Jahresbeginn 2013 steigt der Preis pro Kilowattstunde im meistgenutzten Tarif „KS - einfach günstig“ von 22,73 Cent um 13 Prozent auf 25,74 Cent.

Seit 2008 ist der Strompreis der Städtischen Werke in Kassel damit um über 30 Prozent gestiegen. Genauso lange wohnt Enne Lux in ihrer Zwei-Zimmer-Wohnung an der Quellhofstraße. Anfangs leistete sie noch 22 Euro Vorauszahlung im Monat und bekam meist sogar noch etwas zurück. Heute liegt sie bei 30 Euro und muss vor allem in den Wintermonaten häufig noch nachzahlen, sagt die 73-Jährige.

Etwa 1000 Kilowattstunden verbrauche sie. Und sie versuche zu sparen: mithilfe von Energiesparlampen und sparsamen Haushaltsgeräten. Auf einen Tiefkühlschrank verzichtet sie gleich ganz. „Ich brauche wirklich nicht viel“, sagt die Rentnerin. Für ihr Hobby, die Herstellung bunter Taschen und anderer Accessoires, benötigt sie freilich nicht nur eigene Energie, sondern auch Strom für die Nähmaschine und Licht.

Die Erklärungen für die Strompreiserhöhungen machen Enne Lux wütend. Großabnehmer wie die umweltbedenkliche Aluminium-Industrie würden von den Netzkosten befreit, „aber auf die Verbraucher wird alles umgelegt“, schimpft die Kasselerin. Die Energie-Erzeuger als Unternehmen müssen jedoch auch einmal investieren und nicht dem kleinen Endverbraucher alles aufbürden, meint die gelernte Grafikerin. Andererseits werde die Sonnenenergie zunehmend blockiert, gebe es Widerstände, wenn Windräder aufgebaut werden sollen. „Aber das ist doch unsere Zukunft, und hier entstehen Arbeitsplätze“, gibt Enne Lux zu bedenken. Den Stromanbieter, die Städtischen Werke, will sie deshalb auch trotz Preiserhöhung nicht wechseln. „Ich will einen lokalen Anbieter und möchte, dass der Strom möglichst auch lokal produziert wird“, sagt sie.

Von Martina Heise-Thonicke

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