Experten warnen vor Sicherheitsrisken: Jede dritte Lichterkette weist Mängel auf

Stromschläge und Feuer

Zu dünne Drähte: Die Messebesucher Jürgen und Uta Voss (von links) lassen sich von Bernd Franke und Klaus Kilian über die Gefahren bei Lichterketten aufklären. Foto: Konrad

Kassel. 30 Prozent aller Weihnachtslichterketten bergen ein großes Sicherheitsrisiko. Das geht aus einem Bericht der Europäischen Kommission hervor. Während der Herbstausstellung in den Kasseler Messehallen informieren die Marktaufsicht des Regierungspräsidiums (RP) Kassel und das Prüf- und Zertifizierungsinstitut des Verbands der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) über die Sicherheit von Weihnachtslichterketten im Haushalt.

Die häufigsten Mängel sind laut Klaus Kilian vom RP eine unzureichende Zugentlastung. „Dadurch können sich Anschlussdrähte lösen und es kann zu einem Stromschlag kommen“, sagt der Experte für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik. Häufig sind auch die Stromdrähte zu dünn, sodass es zu einer Überhitzung und zu Bränden kommen kann. Außerdem können eine mangelhafte Isolierung und Konstruktionsmängel der Lichterkette zu einem Stromschlag führen. „Immer wieder entdecken die Ingenieure des VDE-Instituts Produkte, bei denen spannungsführende Bauteile mit bloßer Hand berührt werden können“, sagt Bernd Franke von VDE-Institut.

Wer beim Kauf einer Lichterkette auf Nummer sicher gehen will, sollte Franke zufolge auf neutrale Prüfsiegel wie das dreieckige VDE-Prüfzeichen und das GS-Zeichen für Geprüfte Sicherheit achten - vor allem, wenn Kinder im Haushalt sind. Außerdem empfiehlt er, die Gebrauchsanweisung genau zu beachten. Bei Lichterketten, die in Deutschland verkauft werden, müsse die Gebrauchsanweisung in deutscher Sprache, verständlich und möglichst detailliert sein. Auch eine Begutachtung beim Kauf einer Lichterkette ist laut Franke sinnvoll. Sind Teile der Kette locker oder lösen sich bei geringem Zug, kann das ein Hinweis auf eine mangelhafte Verarbeitung sein. Außerdem sollten Käufer bei sehr dünnen Drähten kritisch sein.

Im Zweifel rät Kilian, Weihnachtslichterketten bei seriösen Händlern zu kaufen, bei denen man sich auf die Einhaltung der Sicherheitsnormen verlassen könne. Bei Verdacht auf Sicherheitsmängel, egal ob die Lichterkette neu gekauft oder schon länger benutzt wurde, sollten Verbraucher das Produkt nicht länger benutzen und es im Geschäft reklamieren. Außerdem kann man sich in solchen Fällen auch an die Marktaufsicht des RP Kassel wenden. „Wir gehen der Sache nach und sind bei unserer Arbeit auch auf solchen Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen“, sagt Kilian. Bei einem Sicherheitsrisiko könne es zu einer öffentlichen Rückrufaktion kommen. • In Halle 1, Stand 162, können sich Besucher noch bis Sonntag informieren.

arbeitsschutz@rpks.hessen.de

www.vde.com

Von Mirko Konrad

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