Stromschlag: Zwei Tote in Kassel

Kassel. Für die beiden jungen Männer aus Kassel, die am frühen Samstagmorgen im Bahnhof Bettenhausen auf einen Güterwaggon geklettert waren, kam jede Hilfe zu spät:

Die Stromschläge, die sie kurz nach 6 Uhr aus der 15 000 Volt starken Oberleitung erlitten, waren sofort tödlich. Akbar Zalzadeh, der in der Nähe des Bahnhofs wohnt und arbeitet, war um diese Zeit von zwei explosionsartigen Schlägen kurz hintereinander geweckt worden. „Ich habe gedacht, ein Waggon ist in die Luft gegangen.

Hier kommen nämlich manchmal Gastanks an“, berichtet der KfZ-Sachverständige. Beim Blick aus dem Schlafzimmerfenster auf die Bahngleise hinter dem Haus an der Leipziger Straße 90 konnte er aber nichts erkennen. Dass die Schläge eine andere Ursache hatten, erfuhr der 52-Jährige erst am Mittag.

Der Unglückszug hatte den Bettenhäuser Bahnhof da längst verlassen. „Das kann nicht wahr sein“, sagte der Ingenieur, als er vom Tod der jungen Männer erfuhr. „Das ist furchtbar.“ Warum die 18 und 19 Jahre alten Männer den geschlossenen roten Waggon der Deutschen Bahn erklommen hatten, ist nach Angaben der Bundespolizei noch unklar.

„Ermittlungen dauern an“, sagte deren Sprecher Klaus Becker. Nach seinen Angaben führte die Oberleitung etwa einen Meter über den Waggon hinweg. Um einen Stromschlag auszulösen, müsse man die Leitung nicht berühren. Der Aufenthalt in der Nähe reiche schon aus, um schwere oder tödliche Verletzungen davon zu tragen. Becker warnte davor, auf Waggons zu klettern.

„Das ist lebensgefährlich.“ Die Bahn habe alle Sicherheitsvorkehrungen eingehalten, sagte der Polizeisprecher. „Es ist auch verboten, sich auf den Gleisen aufzuhalten.“ Zur Bergung der Opfer wurde die Oberleitung abgeschaltet. Der Bahnhofsbereich Bettenhausen war bis 8.30 Uhr gesperrt. Der Personenverkehr der Bahn war davon nicht betroffen. (hai)

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