Experte stellt Gutachten vor

Stromtod in der Badewanne: Keine Fehler in der Elektroinstallation

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Kerzen für die verstorbenen Geschwister: Die Nachbarn in Rothenditmold drückten ihre Trauer aus.

Kassel. Es habe keine Fehler in der Elektroinstallation des Badezimmers gegeben, in dem vor knapp vier Wochen zwei Kinder einen tödlichen Stromschlag bekommen haben. Warum der FI-Schutzschalter die Kinder nicht vor dem Tod bewahrt hat, bleibt weiter offen.

Das ist das Ergebnis des Gutachtens eines Sachverständigen, der die Leitungen in der Wohnung des Vaters in Rothenditmold untersucht hat.

Der sechsjährige Junge und seine vierjährige Schwester hatten am Sonntag, 10. November, in der Badewanne einen Stromschlag bekommen, als ihr Vater für 20 Minuten die Wohnung verlassen hatte. Laut Staatsanwaltschaft sollen die Kinder einen Rasierapparat, der an einem Ladegerät hing, in die Wanne gezogen haben.

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Die Frage, warum der FI-Schutzschalter, der im Jahr 2011 in das Bad eingebaut worden war, das Unglück nicht verhindert hat, kann allerdings auch durch das Gutachten nicht abschließend geklärt werden.

Nach Angaben von Dr. Götz Wied, Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel, sind keine Mängel an der Installation in der Wohnung der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Kassel (GWG) festgestellt worden.

Fotos: Tragöde in der Hersfelder Straße

Tragödie an der Hersfelder Straße: Kinder sterben in Badewanne

In Anwesenheit des Sachverständigen wurde einen Tag nach dem Unglück die Szene im Bad nachgestellt. Beim ersten Versuch sei der Rasierer, der an das Ladegerät angeschlossen war, in die Wanne geworfen worden. Der FI-Schutzschalter habe nicht ausgelöst.

Dann hätten die Ermittler den Stecker aus der Steckdose gezogen und um 180 Grad verdreht wieder reingesteckt. Daraufhin sei der Rasierer wieder in die gefüllte Wanne geworfen worden. Beim zweiten Mal habe der FI-Schalter dann ausgelöst. Das bedeutet: Im ersten Fall ist der Strom durch den FI-Schutzschalter nicht abgeschaltet worden, beim zweiten Versuch schon. „So etwas kann nach Aussagen von Experten vorkommen“, sagt Wied.

Gegen den Vater der Geschwister, die kürzlich in Hamburg beigesetzt worden sind, wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt.

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